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Literatur, Utopie und Lebenskunst

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Edited By Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
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„Einst ist Noth“. Lebenskunst im Anschluss an Nietzsche

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„Einst ist Noth“ Lebenskunst im Anschluss an Nietzsche

Wilhelm Schmidt

Nietzsche zog aus Anlass seines 100. Todestages im August 2000 ein Interesse auf sich wie kaum jemals zuvor. Fast schien es, als würde der Denker nun kanonisiert, und prompt hörte man es poltern in seinem Sarg, denn nichts lag ihm ferner. Nicht um seine Kanonisierung soll es also gehen, sondern darum, sein Anliegen besser zu verstehen. Denn es kann gut sein, dass die Aktualität dieses Anliegens immer noch vor uns liegt. Hinter uns liegt lediglich die Einsicht, dass wir noch lange nicht den ganzen Nietzsche kennen, denn die Rezeption folgt seinem Denken immer nur anhand der Fragen, die die jeweilige Zeit aufwirft. Das betraf bisher diejenige Zeit der Moderne, die sich „die Befreiung“ auf ihre Fahnen geschrieben hat und die nun wohl zu Ende geht, denn allzu viel lässt sich nicht mehr befreien. An diesem Punkt stehend, bemerken wir, dass Nietzsche bereits darüber hinaus war, jenseits der Befreiung. Vorweg durchdachte er radikal die Reichweite der modernen Freiheit, um Antworten auf ihre destruktive Dynamik zu finden.

Nietzsche war der Denker des Nihilismus des 20. Jahrhunderts, diese Geschichte ist bekannt. Aber es gibt noch einen Nietzsche darüber hinaus. Am Beginn des 21. Jahrhunderts, nach dem Ende der Epoche, die, prosaisch gesagt, den Kelch des Nihilismus ausgetrunken, nein, man muss sagen, gierig ausgesoffen hatte, wächst das Bedürfnis nach anderen historischen Quellen, aus denen man noch trinken...

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