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Literatur, Utopie und Lebenskunst

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Elzbieta Kapral and Karolina Sidowska

Den Kern des vorliegenden Bandes bilden die Beiträge, die an der interdisziplinären Konferenz Literatur und Utopie (Łódź 2012) präsentiert wurden. Der Band beinhaltet vor allem jene Texte, deren Autoren sich mit dem breit verstandenen Thema der Utopie in der Literatur befassten. Schon den Titeln der Beiträge lässt sich entnehmen, dass das Thema der Utopie in der Literatur vielschichtig und auf keinen Fall nur auf eine (literarische) Epoche festzulegen ist. Die einzelnen Texte und die unterschiedlichsten Herangehensweisen der Autoren an die im Titel des Bandes angesprochene Problematik weisen auf dieses Facettenreichtum hin und liefern Inspiration zu einer intensiveren wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema.
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Vorwort (Elżbieta Kapral, Karolina Sidowska)

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Vorwort

Die Zusammenhänge zwischen den im Titel des Bandes angeführten Begriffen: Literatur, Utopie und Lebenskunst sind intuitiv leicht erfassbar. Utopie bildet nicht zufällig den zentralen Punkt dieser Konstellation: von ihm ausgehend wird man gleich auf Literatur hingewiesen, in der sich das utopische Denken am häufigsten und deutlichsten manifestiert und in der sich die Bezeichnung selbst seit der Veröffentlichung der Morus’ Utopia fest etabliert hat. Das literarische Werk ist dank seines fiktionalen Charakters der einzige Ort, wo der definitorische Nicht-Ort, also die Utopie, zustande kommen kann. Die Projektionen der Autoren ermöglichen das Unmögliche, lassen die alternativen Welten und Szenarien entstehen und auch wenn sie auf ganz konkrete, reale Verhältnisse anspielen und diese verarbeiten, verleihen sie ihnen eine zusätzliche, über die Wirklichkeit hinausgehende Dimension. Auf der anderen Seite ist eben der Realitätsbezug für jede Utopie konstitutiv – utopisches Projekt entwickelt sich als Gegenentwurf zum bestehenden Sachverhalt, aus dem Wunsch nach Änderung, Verbesserung, Vervollkommnung, aus der Sehnsucht nach einem stets unerreichbar bleibenden Ideal. Die Versuche seiner Verwirklichung, was auch immer unter dem Ideal aktuell verstanden wird, werden trotz besseren Wissens immer wieder unternommen, was sich schon oft in der Geschichte peinlichst gerächt hat. Vielleicht sollte also der Drang nach dem Herbeischaffen des Erträumten durch das Bestreben ersetzt werden, aus dem Vorhandenen möglichst das Beste zu machen. Ein solches Unternehmen ist zwar viel bescheidener angelegt, aber dafür realisierbarer, auch wenn dadurch gar nicht leichter und...

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