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Niccolò Machiavelli – Die Macht und der Schein

2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Dirk Hoeges

Machiavelli entwirft die Figur des modernen Herrschers im Spannungsverhältnis von Macht und Schein. Nichts sein – alles scheinen wird zur Bedingung für Erwerb und Erhalt von Macht. Dabei ist Machiavellis Entdeckung und Nutzung der Perspektive für das Wesen des Politischen entscheidend. Unter die Perspektive diffuser Beobachter geraten, wird Herrschaft von der Inszenierung abhängig. Macht ohne Schein scheitert wie Schein ohne Macht. Es schlägt die Stunde der Medien. Sie arbeiten am Schein. Durch präzise Textanalyse wird der «Fürst» als komplexe Kunstfigur sichtbar. Machiavellis berühmtester Text wie sein umfangreiches Gesamtwerk aus Prosa und Poesie ist nur mittels Ästhetik und Rhetorik zu verstehen. Es zeigt den kritischen Humanisten und gewandten Politiker als Meister vieler literarischer Formen, mit denen er von Jugend an vertraut wurde.
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Vorwort zur zweiten Auflage

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Aufmerksamkeit, Überraschung und Bestätigung in mannigfacher Form, die das lange vergriffene Buch seit Erscheinen und bis heute begleiten, bewogen mich zu einer Neuauflage. Sie erscheint erweitert doch weitgehend unverändert, da die im Titel annoncierte These sich auch unter kritischer Sichtung behaupten konnte. Die Rezeption verlief selektiv. Beherrscht wird die Diskussion von der Figur des Principe im Verhältnis von Macht und Schein. Mit Nichts sein-alles scheinen resümierte ich Machiavellis Machtkonzept. Es begründet seine Modernität. Nachgewiesen wurde dabei seine Entdeckung und bahnbrechende Nutzung der Perspektive für die Politik. Nach der Übersetzung und Analyse zweier Novellen (Castruccio Castracani 1998 und von Cesare Borgias Coup von Senigallia, 2014) sowie der zweisprachigen Gesamtausgabe und Interpretation seiner Lyrik, Niccolò Machiavelli. Dichter-Poeta 2006, folgen 2014 Der Esel/L’Asino und Der Fürst/Il Principein neuer Übersetzung mit einer grundlegend neuen Textanalyse. Was zu Machiavellis Verständnis unverändert nottut, ist die Einsicht in Formen und Funktionen der Kunst und Ästhetik in seinem Gesamtwerk. Sie leitet unverändert sämtliche Arbeiten des Verfassers. Ohne Kunst ist der kritische Humanist Machiavelli als Meister vieler literarischer Formen der europäischen Renaissance nicht zu haben, nicht zu denken.

Dirk Hoeges, Köln 2014.

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