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Jahrbuch 2012/2013

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes von Martin Heger

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Edited By Berliner Wissenschaftliche

Mit diesem Jahrbuch informiert die gemeinnützige Gesellschaft im 40. Jahr ihres Bestehens über ihre Aufgaben und Ziele. Sie pflegt und fördert mit ihren 325 Mitgliedern die Zusammenarbeit unter den im Großraum Berlin tätigen Wissenschaftlern aller Disziplinen und Institutionen, bietet besonders dem Nachwuchs aller Fächer ein Diskussionsforum, verleiht Preise für ausgezeichnete Leistungen und greift in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein, um der Politik und der Öffentlichkeit eine bessere Meinungsbildung zu ermöglichen. Im Verlauf des Jahres werden Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen angeboten.
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Der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen. Ein Rückblick auf das historische und aktuelle Erscheinungsbild des preußischen Monarchen

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Bernd Sösemann

Jubiläen in der Geschichte

Jahrestage fordern Verehrer und Kritiker zum Bilanzieren, Bekräftigen oder zum Revidieren heraus.1 Dabei kann der Eindruck entstehen, die Öffentlichkeit nehme „die Geschichte“ und ihre Darstellung nur als eine Aneinanderreihung von Jubiläen wahr, die Print- und audiovisuellen Medien suchten lediglich das Sensationelle oder das Feuilleton überbiete sich in Denkmalstürzen. Jubiläen bieten allerdings der Wissenschaft einen willkommenen Anlass, Fragestellungen und Motive, Methoden und Forschungsergebnisse, (selbst-)kritisch zu reflektieren.

Friedrich der Große oder Friedrich II. von Preußen, wie er außerhalb Italiens, Frankreichs oder Englands zumeist genannt wird, erregte bereits zu seinen Lebzeiten eine außerordentliche Aufmerksamkeit. Er wusste sie gezielt zu erhöhen und ins Positive zu rücken, indem er sich bewährter und damals neuer Medien wie der Zeitung und vertraulicher Journale bediente. Außerdem beachtete er das Publikumsinteresse und versuchte es zu steuern. Er legte keinen Wert darauf, sich von Malern porträtieren zu lassen, nahm sich dazu überhaupt nur drei-, viermal Zeit, genoss es aber, dass sein Konterfei im ganzen Land verbreitet war – bis in die Bauernkaten Westfalens und Ostpreußens hinein: Abb. 1. Den Monarchen zum ersten „Medien-König“ der Neuzeit zu stilisieren, dürfte in der Eventkultur unserer Tage willkommen sein, doch kann es inhaltlich nicht überzeugen. Diese publikumswirksame Bezeichnung steht es auf einer ähnlich unsicheren Basis wie „Weltkrieg“ für den dritten Waffengang zwischen Friedrich und Maria Theresia im Österreichischen Erbfolgekrieg, dem sog....

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