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Die Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital

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Henny Müchler

Die Geschichte der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital ist im deutschen Recht noch jung. Gesellschaften dieses besonderen Typs der Aktiengesellschaft können erst seit 2004 gegründet werden. Der Gesetzgeber stand dieser Rechtsform lange Zeit ablehnend gegenüber, da ihre Einführung eine Abkehr von der strengen, auf dem System des festen Grundkapitals beruhenden Dogmatik des Aktienrechts erfordert. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Schärfung der Konturen der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital leisten. Untersucht werden neben den aktienrechtlichen Besonderheiten der Investmentaktiengesellschaft auch die investmentrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Der Arbeit liegt das Investmentgesetz in der Fassung des OGAW-IV-Umsetzungsgesetzes zugrunde. Auf die Neuerungen des Diskussionsentwurfs des AIFM-Umsetzungsgesetzes wird im Rahmen eines Ausblicks eingegangen.
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§ 3 Die Entwicklung der InvAG

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§ 3 Die Entwicklung der InvAG

A. Die Anfänge des Investmentgeschäfts und die Entwicklung in den USA

Für das Verständnis der InvAG ist die Darstellung der historischen Grundlagen des Investmentgeschäfts unerlässlich. Die Entwicklung von Investmentunternehmen im In- und Ausland gibt Aufschluss über die Motive des Gesetzgebers für die Einführung einer InvAG und ihre Weiterentwicklung zur heutigen InvAG. Dabei lohnt insbesondere ein Blick auf die Geschichte von Investmentgesellschaften im Ausland. Während die InvAG in Deutschland erst seit wenigen Jahren eine Rolle spielt, existieren Investmentvermögen der Satzungsform in anderen Ländern seit über hundert Jahren.

Die Ursprünge des Investmentgeschäfts sind in Europa zu finden. Dort wurden die Vorzüge der Risikomischung bereits im frühen 19. Jahrhundert erkannt. Zu den ersten investmentähnlichen Gesellschaften zählten die im Jahre 1822 in Brüssel gegründete Société Générale des Pays-Bas89, die 1849 in Genf gegründete Omnium Société Civile Genévoise d’emploi de Fonds90 und die 1852 in Paris gegründete Société Générale de Crédit Mobilier91. Diese Gesellschaften sind mit den heutigen Investmentunternehmen aber nur bedingt vergleichbar, da sie nicht als Vehikel zum Investmentsparen konzipiert waren. Ihr Geschäftszweck bestand vielmehr darin, die aufkommenden Industriezweige durch den Erwerb von Effekten und Beteiligungen zu fördern und zu finanzieren92.

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