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Bankertrag und Bevölkerungsdynamik

Eine empirische Untersuchung für deutsche Sparkassen

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Marco Oestmann

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den quantitativen Auswirkungen des demographischen Wandels auf die zukünftige Ertragslage der deutschen Sparkassen. Hierzu wird ein mikroökonometrisch fundiertes Simulationsmodell genutzt, in das neben offiziellen Bevölkerungsprognosen ein neuartiger, detaillierter Datensatz von knapp 2,5 Millionen Kunden elf deutscher Sparkassen einfließt. Für verschiedene Szenarien werden aus dem Modell Prognosen der Kunden- und Ertragsentwicklung für den deutschen Sparkassensektor bis 2025 auf NUTS II-Ebene abgeleitet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass für den Sparkassensektor insgesamt eine recht stabile Ertragssituation zu erwarten ist. Für einige Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, ergibt sich dagegen eine existenzgefährdende Ertragserosion.
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3 Demographischer Wandel und Bankensektor - Literaturüberblick

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Im Gegensatz zu der umfangreichen Analyse makroökonomischer Konsequenzen ist bislang in der wissenschaftlichen Literatur nur eine begrenzte Beschäftigung mit den mikroökonomischen Auswirkungen demographischer Veränderungen zu beobachten. So existieren auf Makroebene beispielsweise eine Vielzahl von Untersuchungen zu Sozialversicherungssystemen (z.B. Casamatta et al. [2001]; Demange/Laroque [1999]; Fehr [2000]), Inflation (Lindh/Malmberg [1998,2000]), öffentlich bereitgestellten Gütern (u.a. Cattaneo/Wolter [2009]; Montén/Thum [2010]), sowie zu Arbeits- (u.a. Boersch-Supan [2003]; Henschel et al. [2008]) und Kapitalmärkten (z.B. Abel (2001); Poterba [2001,2004]). Auf Mikroebene sind dagegen über einige Ansätze zu personalwirtschaftlichen Fragestellungen hinaus (z.B. BCG [2007]) nur wenige theoretisch und/oder empirisch fundierte Arbeiten vorhanden, die sich mit den Konsequenzen demographischer Herausforderungen für Firmen oder einzelne Branchen, wie dem Bankensektor, beschäftigen. Ebenso wenig ist über geeignete, wissenschaftlich abgesicherte Reaktionen bekannt. Im Folgenden werden zwei Literaturstränge zum Themenkomplex „Banken und Demographischer Wandel“ vorgestellt. Der Abschnitt 3.1 referiert im Wesentlichen Untersuchungen, die Implikationen demographischer Prozesse für den Bankensektor der EU behandeln. Kapitel 3.2 fasst Arbeiten zu den Auswirkungen einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung auf Regionalbanken in Deutschland zusammen. Darüber hinaus kann noch ein wichtiger dritter Literaturzweig identifiziert werden. Hierbei handelt es sich um überwiegend praxisorientierte Arbeiten, die sich hauptsächlich mit betriebswirtschaftlichen Reaktionen von Banken auf eine alternde Kundenstruktur beschäftigen (z.B. Gottschling et al. [2008], Juncker/Nietert [2010], Schulz [2005], Ronzal/Muthers [2007]). Auf diese Literatur soll nachfolgend nicht weiter eingegangen werden, da die dort behandelten Fragestellungen nicht unmittelbar im Fokus dieser Arbeit liegen....

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