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Kulturwissenschaften der Moderne

Band 3: Das 20. Jahrhundert

Peter Nitschke

Kulturwissenschaften sind eine Sammeldisziplin in der Moderne geworden, bei der sich ganz unterschiedliche Fachdisziplinen unter dem Paradigma der Kultur zusammengefunden haben. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert behandelt das Buch folgende Themen: Plakatpropaganda im Ersten Weltkrieg – Die Schuldfrage nach Jaspers – Der Biologismus – Gerechtigkeit in der Globalisierung – Von der Frauenfrage zum Genderansatz – Die kulturelle Funktion der Bundespräsidenten in Deutschland – Hannah Arendts politische Kulturdiagnose – Der Untergang des Abendlandes und der Clash of Civilizations.
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Von der ersten deutschen Frauenbewegung zu den Gender Studies: Corinna Onnen

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Von der ersten deutschen Frauenbewegung zu den Gender Studies

Corinna Onnen

Um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen verstehen zu können, ist es unerlässlich, einen Blick auf die historische Entwicklung zu werfen. Im Folgenden wird daher der Versuch unternommen, zahlreiche gesellschaftliche Entwicklungen, die sich dem Postulat einer Gleichstellung der Geschlechter verschrieben haben unter einer chronologischen Perspektive zu ordnen.1

Den Beginn lege ich in dieser historischen Rückschau mit der Gründerin der deutschen Frauenbewegung Louise Otto-Peters (1819-95) und den darauf folgenden sozialdemokratischen politischen Anfängen. Die bürgerliche und die proletarische Frauenbewegung zählen zu den ersten politisch sichtbaren Erscheinungen von Frauen überhaupt – ihre Forderungen sollten die Basis für die Entwicklung bis zu den heutigen Auffassungen über Geschlechterverhältnisse liefern. Die nationalsozialistische Zeit prägte ein eigenes Mutterrollenbild und eine natürliche Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen einerseits und andererseits das Bild eines Mitglieds im Bund deutscher Frauen (BDF), der sich als Deutsche Frauenfront verstand.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war durch verschiedene soziale Lagen von Frauen geprägt und lässt sich nicht verallgemeinern. Zeitweise sprach man vom erzwungenen Matriarchat, was die Situation der vielen allein erziehenden Frauen oder Kriegerwitwen beschreiben sollte. Die Studentenbewegungen der 1967/68er Jahre gelten schließlich als Ursprung der Neuen Frauenbewegung, die in ihrer Entwicklung seit den 1970er Jahren eine Reihe von Denkanstößen und theoretischen Entwicklungen initiiert hatte. ← 119 | 120 →

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