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Kulturwissenschaften der Moderne

Band 3: Das 20. Jahrhundert

Peter Nitschke

Kulturwissenschaften sind eine Sammeldisziplin in der Moderne geworden, bei der sich ganz unterschiedliche Fachdisziplinen unter dem Paradigma der Kultur zusammengefunden haben. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert behandelt das Buch folgende Themen: Plakatpropaganda im Ersten Weltkrieg – Die Schuldfrage nach Jaspers – Der Biologismus – Gerechtigkeit in der Globalisierung – Von der Frauenfrage zum Genderansatz – Die kulturelle Funktion der Bundespräsidenten in Deutschland – Hannah Arendts politische Kulturdiagnose – Der Untergang des Abendlandes und der Clash of Civilizations.
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Deliberative Demokratie und aus der Globalisierung entstehender kultureller Pluralismus: Jean-Christophe Merle

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Deliberative Demokratie und aus der Globalisierung entstehender kultureller Pluralismus

Jean-Christophe Merle

Der Globalisierungsprozess lässt sich nicht auf seine internationale Dimension, d.h. auf internationale oder auch transnationale Verhältnisse reduzieren. In vielen Staaten besteht der Globalisierungsprozess auch aus inneren Phänomenen wie z.B. einem zunehmenden kulturellen Pluralismus, der in erheblichem Ausmaß entweder von Zuwanderungen oder von radikalen Veränderungen der Denkweise resultieren, die durch kulturelle Globalisierung ermöglicht werden. Im Folgenden werde ich mich ausschließlich mit dem Multikulturalismus befassen, der durch die Globalisierung möglich wird. (Ich werde also z.B. nicht die viel besprochene Frage der „nationalen Minderheiten“ behandeln.) Außerdem unterscheide ich den Multikulturalismus im deskriptiven Sinne der Merkmale einer multikulturellen Gesellschaft vom Multikulturalismus im normativen Sinne, d.h. von einer Politik, die den Erhalt oder die Förderung des Multikulturalismus im deskriptiven Sinne verfolgt. Diese Art von Pluralismus wird meistens für problematischer als eine kulturelle Vielfalt gehalten, die entweder im Land allmählich entstanden und gewachsen ist oder aus einer Krise resultiert ist, die eine ursprünglich gemeinsame Kultur abgespaltet hat, wie z.B. die Reformation. Denn im letzteren Fall nehmen die Mitglieder der Gesellschaft den Multikulturalismus als etwas wahr, das sich aus der Gesellschaft selbst entwickelt hat, und in den meisten westlichen Gesellschaften hat ein solches Erlebnis eine lange Tradition, die spätestens auf die frühe Neuzeit und auf die Reformation zurückführt. Im Gegensatz dazu wird der Multikulturalismus als ein plötzliches Ereignis, das von außerhalb der überlieferten Kultur...

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