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Evolution – Natur, Mensch, Gesellschaft

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Reinhard Neck

Das Buch betrachtet aktuelle Aspekte der Evolutionstheorie aus interdisziplinärer Sicht und wendet sie auf Fragen der Natur-, Human- und Sozialwissenschaften an. Ausgangspunkt für die Beurteilung theoretischer Ansätze und philosophischer Bezüge ist die Wissenschaftsauffassung des Kritischen Rationalismus. Auch die Rolle Karl Poppers als Theoretiker der Evolutionären Erkenntnis- oder Wissenschaftstheorie und Evolutionsbiologe beleuchten die Autoren unter diesem Gesichtspunkt. Das Werk zeigt, dass Evolutionstheorien eine weite Anwendbarkeit haben und in vielfacher Hinsicht mit der Philosophie des Kritischen Rationalismus korrespondieren.
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9. Der Sinn des Lebens: Was sagt die Evolutionsbiologie?

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Kapitel 9

Der Sinn des Lebens: Was sagt die Evolutionsbiologie? *

Thomas Junker

Die Wissenschaften können, so lautet ein Glaubenssatz unserer Zeit, nichts über den Sinn des Lebens oder der Welt aussagen. Versucht sich einer ihrer Vertreter trotz alledem an dieser Frage, so muss er mit harscher Kritik, mit Hohn und Spott rechnen. So schrieb der Soziologe Max Weber Anfang des 20. Jahrhunderts:

„Wer – außer einigen großen Kindern, wie sie sich gerade in den Naturwissenschaften finden – glaubt heute noch daß Erkenntnisse der Astronomie oder der Biologie oder der Physik oder Chemie uns etwas über den Sinn der Welt, ja auch nur etwas darüber lehren könnten: auf welchem Weg man einem solchen ‚Sinn’ – wenn es ihn gibt – auf die Spur kommen könnte? Wenn irgend etwas, so sind sie geeignet, den Glauben daran: dass es so etwas wie einen ‚Sinn’ der Welt gebe, in der Wurzel absterben zu lassen!“ (Weber 1919, S. 597–598).

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