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Evolution – Natur, Mensch, Gesellschaft

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Reinhard Neck

Das Buch betrachtet aktuelle Aspekte der Evolutionstheorie aus interdisziplinärer Sicht und wendet sie auf Fragen der Natur-, Human- und Sozialwissenschaften an. Ausgangspunkt für die Beurteilung theoretischer Ansätze und philosophischer Bezüge ist die Wissenschaftsauffassung des Kritischen Rationalismus. Auch die Rolle Karl Poppers als Theoretiker der Evolutionären Erkenntnis- oder Wissenschaftstheorie und Evolutionsbiologe beleuchten die Autoren unter diesem Gesichtspunkt. Das Werk zeigt, dass Evolutionstheorien eine weite Anwendbarkeit haben und in vielfacher Hinsicht mit der Philosophie des Kritischen Rationalismus korrespondieren.
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11. Der evolutionsökonomische Ansatz des Neo-Schumpeterianismus: Ein Konzept zur Erklärung und Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise

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Kapitel 11

Der evolutionsökonomische Ansatz des Neo-Schumpeterianismus: Ein Konzept zur Erklärung und Bewältigung der globalen Wirtschaftskrise

Horst Hanusch

Einem Nationalökonomen meines Alters ist die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre eigentlich stets wie ein Mythos, wie eine schlechte Saga aus uralten Zeiten vorgekommen. Natürlich hat man sich in seinem Berufsleben damit auseinandergesetzt, in analytischer und historischer Weise, aber keiner aus meiner Generation hätte je ernsthaft damit gerechnet, dass er sich, ganz aktuell in einem Aufsatz wie diesem heute, Gedanken machen müsste über eine ähnlich brisante Situation in der Gegenwart. Sicherlich gab es in der Zeit danach, wenn man die ganz große Katastrophe des Zweiten Weltkriegs einmal ausblendet – dessen Wurzeln sich zweifelsohne in vielfältiger Form ebenfalls in jener Krise verbergen dürften – immer wieder Auf und Ab im wirtschaftlichen Geschehen. Aber solche Konjunkturen bewertete man eigentlich als notwendige Prozesse der Reinigung, der Katharsis, die den enormen Erfolg des marktwirtschaftlichen Systems in den Industrieländern des Westens nicht ins Wanken bringen könnten. All jene Politiker und Intellektuelle, die auf einen Kollaps des freien kapitalistischen Systems gehofft hatten, sahen stattdessen den Untergang der staatlich regulierten und zentral verwalteten Volkswirtschaften Osteuropas. Ja noch mehr, sie konnten beobachten, wie gerade diese Länder im Ordnungsrahmen eines marktwirtschaftlichen Systems einen Aufschwung erlebten, der einen geradezu von „blühenden Landschaften“ träumen ließ.

Was also ist, für die meisten Beobachter unbemerkt, in den letzten zwanzig, dreißig, vierzig Jahren...

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