Show Less
Restricted access

Untertitelung: interlinguale, intralinguale und intersemiotische Aspekte

Deutschland und Italien treffen sich

Series:

Edited By Marina Brambilla, Valentina Crestani and Fabio Mollica

Die Untertitelung erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Forschung. Der Hauptgrund liegt in ihrer multidimensionalen Natur, da Untertitelung (als Prozess) und Untertitel (als Endprodukt) als interlingual, intralingual und intersemiotisch zu betrachten sind. Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen die deutsch- und die italienischsprachige Untertitelung in ihren vielfältigen Aspekten: von der Art des untertitelten Produkts (wie Kinofilm, Fernsehfilm, Theaterstück) und der Sprachrichtung (wie Deutsch–Italienisch, Italienisch–Deutsch, Deutsch–Deutsch) bis zu spezifischen Aspekten des Untertitelns (wie die Übersetzung von Realia). Es handelt sich um das erste Werk, das spezifisch die Untertitelung (und nicht nur die Synchronisation) im Deutschen und im Italienischen in den Mittelpunkt stellt. Damit ist es von Interesse für Sprach- und MedienwissenschaftlerInnen sowie ÜbersetzungswissenschaftlerInnen.
Show Summary Details
Restricted access

Tania Baumann - Textuelle Aspekte der interlingualen Untertitelung: deutsche Autorenfilme im Italienischen

Extract

| 13 →

Tania Baumann

Textuelle Aspekte der interlingualen Untertitelung: deutsche Autorenfilme im Italienischen

Abstract Der Beitrag basiert auf der Annahme, dass Untertiteln nicht nur eine Stützfunktion beim Verstehen eines fremdsprachigen Films zukommt, sondern der schriftliche Text a.) eine wichtige kommunikative Funktion in Bezug auf die Handlung sowie hinsichtlich der Personenrelationen erfüllt und b.) wesentlich zur Kohärenz des Kommunikats beiträgt. Bei der interlingualen Untertitelung darf daher nicht allein das Kriterium der Reduktion im Sinne von Sprachökonomie dominieren, sondern es sollte vielmehr eine pragmatisch-funktionale Äquivalenz angestrebt werden (Taylor 2000). Das Problem einer äquivalenten interlingualen Untertitelung stellt sich z. B. besonders bei Autorenfilmen, in denen etwa minimale Dialoge bewusst eingesetzt werden, um einen besonderen künstlerischen Effekt zu erzielen (z. B. die Isoliertheit und Einsamkeit der Personen unterstreichen). Dabei spielen die kohäsive Funktion sowie die Polyvalenz sprachlicher und textueller Elemente eine besondere Rolle, denn werden diese nicht erkannt bzw. in der Übersetzung ignoriert, ergibt sich eine unzulässige Vereinfachung der semantischen Vielschichtigkeit, die dem ZS-Rezipienten den vollen Zugang zu den Bedeutungsmöglichkeiten des Kommunikats verwehrt. Der Beitrag bewegt sich im Rahmen pragmatisch-funktionaler übersetzungs-wissenschaftlicher Ansätze (Nord 1993, Reiß 1995) und analysiert die italienischen Untertitel von zwei thematisch ähnlichen, in der DDR vor den Wende spielenden deutschen Autorenfilmen – Das Leben der anderen (2007) von Florian Henckel von Donnersmarck und Barbara (2012) von Christian Petzold –, wobei er insbesondere sprachlich und textuell relevante Aspekte fokussiert.

1. Einführung

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.