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Erziehung zur Mündigkeit

Grundzüge der pädagogischen Theorie des Willens

Dietmar Langer

Mündigkeit, verstanden als vernünftige Selbstbestimmung im Sinne einer Handlungsdisposition, sich ohne Anleitung von außen seiner Vernunft, Freiheit und Sprache zu bedienen, drückt sich in überlegungszugänglichen Entschlussfähigkeiten aufgrund eigener Willensbildungsprozesse aus. Gegenstand der in Grundzügen zu entwickelnden pädagogischen Theorie des Willens ist jene Kommunikation, die in allen Erziehungsbereichen (wie z. B. Umwelt-, Sexual- oder Spielerziehung) stattfinden kann. Ihr Ziel ist die Personwerdung. Als Erziehung zur Mündigkeit, also zur und durch Vernunft, Freiheit und Sprache, will und soll sie rationale Überlegungs- und Entschlussfähigkeiten aufgrund emotionaler Bedingungen vermitteln, wobei sich – so die These – der Zu-Erziehende in jedem Erziehungsbereich einen freien und vernünftigen Willen aneignen kann. Grenzen dieser in Form von Sprachspielen stattfindenden Willenserziehung bestehen darin, dass die tatsächliche Aneignung im Sinne sozialisierender Willensbildung von außen nicht bewirkt, dagegen von Aporien der Vernunft und gesellschaftlichen Zwängen ständig behindert werden kann.
Aus dem Inhalt: Zur Problematik der Theorie des Willens – Zur Klarstellung der Begriffe: Willensfreiheit, Mündigkeit, vernünftiger Wille – Warum Willenserziehung mehr ist als nur ein Sprachspiel – Der normative Kontext der Erziehung des Willens – Erziehung zur Mündigkeit als Vermittlung des rechten Umgangs mit dem freien Willen – dargestellt anhand der Sexual- und Spielerziehung.