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Autobiographie und Pietismus

Friedrich Christoph Oetingers "Genealogie der reellen Gedancken eines Gottes=Gelehrten</I>- Untersuchungen und Edition

Ulrike Kummer

Friedrich Christoph Oetingers Genealogie ist ein markantes Kronzeugnis der pietistischen Frömmigkeitsbewegung des 18. Jahrhunderts und spätes Beispiel pietistischer Autobiographik in der Epoche der Aufklärung. In dieser Studie wird der Text erstmals historisch-kritisch ediert. Die Analyse der derzeit greifbaren Handschriften erlaubt es, bislang geltende Urteile über inhaltliche Eigenarten und Entstehung zu revidieren. Eine Dokumentation der Wirkungsgeschichte verdeutlicht, dass man die Genealogie auch außerhalb pietistischer Kreise beachtete. Schließlich beleuchtet der von Grund auf neu erarbeitete Stellenkommentar, dass Oetinger in einer von hermetischem Gedankengut geprägten Tradition wurzelte, die seit dem 16. Jahrhundert in einem spannungsreichen Verhältnis zu lutherisch-orthodoxen Lehren stand und im 18. Jahrhundert unter Pietisten und Neorosenkreuzern fortlebte.
Aus dem Inhalt: Historisch-kritische Edition der Autobiographie des Theologen Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) mit Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, Überlieferungsverzeichnis und Stellenkommentar – Spätes Beispiel pietistischer Autobiographik in der Epoche der Aufklärung eines zutiefst von hermetischem Gedankengut geprägten pietistischen Naturphilosophen.