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Weltmachtstreben und Kampf für den Frieden

Der deutsche Reichstag im Ersten Weltkrieg

Ernst-Albert Seils

Das Buch knüpft an die Weltkriegsforschung der 60er und 70er Jahre an. Die deutsche Politik, die Fritz Fischer als «Griff nach der Weltmacht» kennzeichnete, wird hier unter dem Blickwinkel der Bestrebungen der deutschen Reichstagsparteien beschrieben und neu interpretiert. Ihr wird der Kampf deutscher Politiker und anderer oppositioneller Kräfte gegen den Krieg und für eine Verständigung mit den Feindmächten gegenübergestellt. Es wird der Versuch unternommen, die Darstellung politischer Ziele und Entscheidungen mit der Militär-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte des Ersten Weltkrieges in einen Zusammenhang zu stellen. Träger des Widerstandes gegen den Eroberungskrieg, gegen die Unterdrückung freier Meinungsäußerungen und die Beseitigung von Grundrechten, für Recht und Demokratie, waren insbesondere eine Anzahl von Reichstagsabgeordneten jüdischer Religionszugehörigkeit. Aus der Untersuchung ergibt sich, daß in dem Haß von Reichstagsabgeordneten auf sie schon im Krieg Wurzeln für den Antisemitismus in der Weimarer Republik zu erkennen sind.
Inhalt: Der deutsche Reichstag zu Beginn des I. Weltkrieges - seine Zusammensetzung und Struktur – Entfesselung des Krieges – Kriegsziele der Parteien bis Sommer 1917 – Bild des Krieges an der Front und in der Heimat – Die Friedensresolution vom 19. Juli 1917 - ihre Entstehung und Auswirkungen – Scheitern von Friedensvermittlungsversuchen – Annexionsbestrebungen Deutschlands 1918 und Widerstand dagegen – Politik des Reichstags in der Agonie des Kaiserreiches – Der Umsturz in Deutschland 1918 und Versuche des Rates der Volksbeauftragten, Voraussetzungen für einen demokratischen Neuanfang zu schaffen – Das Scheitern dieser Politik.