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«Wenn Hamburg brennt, brennt die Welt»

Der kommunistische Griff nach der Macht im Oktober 1923

Joachim Paschen

Im Krisenjahr der Weimarer Republik, zwei Wochen vor dem Hitler-Putsch in München am 8./9. November 1923, lösten die Kommunisten in Hamburg einen bewaffneten Aufstand aus, um in ganz Deutschland die Macht zu ergreifen. Drei Tage lang zogen sich die bürgerkriegsähnlichen Straßenkämpfe hin, etwa hundert Menschen verloren dabei ihr Leben. Die Auswertung neuer Quellen macht deutlich: Der Aufstand war von langer Hand vorbereitet, und der Hamburger Ordnungspolizei gelang es nur unter großen Verlusten, eine zweite Revolution in Deutschland zu verhindern. Als Folge gab es einen politischen Ruck nach rechts. Die Sozialdemokraten blieben auf Jahre hinaus von der Reichsregierung ausgeschlossen und verloren in Hamburg ihre bisherige Vormacht. Die detailreiche Rekonstruktion der Ereignisse zeigt, wie entschlossen die Kommunisten vorgingen, allen voran die beiden Anführer des Aufstandes, Hugo Urbahns, der zu zehn Jahren Festungshaft verurteilt wurde, sowie Ernst Thälmann, der der Strafe entging und es zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei brachte.
Inhalt: Vorbereitung der Kommunisten auf die Machtergreifung in Deutschland – Entscheidungen in Berlin, Moskau, Chemnitz und Hamburg für den Kampf um die Macht – Ablauf des Aufstandes in Hamburg Ende Oktober 1923 – Die Erstürmung der Polizeiwachen und ihre Rückeroberung – Der Bürgerkrieg in Barmbek – Die Räterepublik von Schiffbek und ihre Niederschlagung – Aburteilung der Aufrührer – Folgen für die Politik in Hamburg und im Reich.