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Verfolgt und umstritten!

Remigrierte Künstler im Nachkriegsdeutschland

Michael Grisko and Henrike Walter

Dieser Band geht der Frage nach dem dominierenden Diskurs nach, in dem sich die Remigranten in Nachkriegsdeutschland bewegten und bewähren mussten. Presse und Öffentlichkeit repräsentieren dabei die dominanten Stimmen «von außen», Korrespondenzen, Tagebücher, literarische Aufzeichnungen der Remigranten, deren Ringen um Selbstbehauptung im Kontext einer die Geschichte «kollektiv beschweigenden» Gesellschaft. Die Schicksale der Rückkehrer im Kontext dieses Diskurses werden anhand ausgewählter Beispiele dargestellt. Mit der Vielfalt der Beiträge – sie reichen von den Autoren Thomas Mann über Peter Weiss bis zu Hilde Domin, von den Architekten Martin Belling und Rudolf Wagner über den Musiktheaterregisseur Paul Walter Jacob, den Publizisten Peter de Mendelssohn und die Kabarettistin Erika Mann bis hin zu theoretischen Überlegungen zum Exildiskurs, zur Ausstellungspraxis und den Zeitschriftenprojekten der ‘jungen Generation’ – will der Band ein Bild von der Problematik der Remigranten geben, die nach Verfolgung und Exil im zerstörten Nachkriegsdeutschland nicht selten ein zweites oder drittes Mal einen Neuanfang wagen mussten. Gerade weil viele von ihnen rückblickend bittere Kommentare abgaben, das Heimkehr-Projekt als gescheitert ansahen, hat die Frage nach der Rolle des öffentlichen Diskurses um das Exil und seine Protagonisten besondere Brisanz.
Inhalt: Michael Grisko/Henrike Walter: Verfolgt und umstritten! Remigrierte Künstler im Nachkriegsdeutschland – Tina Deist: Biografisches Erzählen in Erika Manns gescheitertem Filmprojekt über Abenteuer, Bedrohungen, Erfolge und Misserfolge der «Pfeffermühle» – Sophia Ebert: Vom Unterhalter zum Grübler: Wilhelm Speyers Heimkehr nach Deutschland – Philipp Gut: «Aus den Logen und Parterreplätzen des Auslandes». Die Diskussion um Exil und Remigration nach 1945 am Beispiel Thomas Manns – Steffen Groscurth: «Vielleicht dies alles nur Versuche, die Emigration zu überwinden» - Der ‘Partisan’ Peter Weiss – Helmut Peitsch: Walther Victor: «Ich bin zu Hause in meiner Partei.» – Anselm Weyer: «Exil ist die Extremerfahrung der conditio humana» - Zur Lesbarkeit Hilde Domins in der Nachkriegszeit – Torben Fischer: Kollektivschuld und Kalligraphie. Der Blick auf das Exil in Zeitschriftenprojekten der ‘jungen Generation’ – Gerhard Bauer: Heim in ein Bauplanquadrat? Die Stellung einstiger Exilierter in der SBZ / DDR – Henrike Walter: Ärger im Revier: Paul Walter Jacobs Dortmunder Generalintendanz – Bärbel Schrader: Fritz Kortner - Ein Unangepasster kehrt heim – Burcu Dogramaci: Keine Rückkehr nach Berlin. Die Emigranten Martin Wagner und Rudolf Belling in der Nachkriegszeit – Sarah Pogoda: Peter de Mendelssohn - Intellektueller zwischen den Stühlen und vergessener Romanautor – Julia Schöll: Die Rückkehr des Autors in den Diskurs. Exilforschung als antiautoritäre Denkbewegung – Peter Seibert: Exilliteratur in den Vitrinen. Ausstellung von Exilliteratur vor und nach 1945.