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Mainstream and beyond

Wie der US-amerikanische Sportfilm der Siebzigerjahre die Gesellschaft reflektiert

Barbara Englert

Dass der US-amerikanische Sportfilm weitaus mehr ist als bloße Mainstream-Unterhaltung, zeigt diese interdisziplinäre Studie aus dem Bereich der Sportwissenschaften. Im Fokus der diskursanalytischen Untersuchung stehen Hollywoodproduktionen der Siebzigerjahre, von M*A*S*H über Rocky bis hin zu North Dallas Forty. Systematische Filmanalysen und zahlreiche Exkurse zeigen, dass der Sportfilm nicht nur auf beeindruckende Weise den Zeitgeist reflektiert und Ausdruck jener gesellschaftspolitisch unruhigen Zeit ist, die geprägt war von politischen Attentaten, von Vietnamkrieg und Watergate-Affäre und einer nie da gewesenen national crisis of spirit; vielmehr sind die hier analysierten Sportfilme von überraschender Aktualität. Als eine Art Hintergrundfolie für ihre Filmanalysen erstellt die Autorin eine breitgefächerte Verflechtungsmatrix, die nicht nur die engen Verknüpfungen von Sport, Politik und Filmindustrie in den USA aufzeigt, sondern auch die einzigartige Durchlässigkeit der Gesellschaft dokumentiert: Ehemals talentierte Nachwuchssportler wie Nick Nolte und Burt Reynolds werden Schauspieler, Profi-Footballer werden zu (Drehbuch-)Autoren und der Baseballreporter Ronald Reagan wird zunächst Schauspieler, dann Präsident. Am Ende wird klar: Der US-amerikanische Sportfilm ist mainstream and beyond.
Inhalt: Verflechtungen von Sport, Filmindustrie und Politik in den USA – Bedeutung und Wirkungskreis amerikanischer Mythen – Instrumentalisierung des US-Sports – US-Präsidenten und Sport – Amerikanische Populärkultur von Susan Sontag bis The Simpsons – Das New Hollywood der Siebzigerjahre – Sportfilme als Vermittler gesellschaftlich relevanter Diskurse.