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Amor und Psyche

Das Mysterium von Herz und Seele

Josefine Müllers

Im Mittelpunkt der deutenden Auseinandersetzung mit Apuleius’ Roman Metamorphosen oder Der goldene Esel (2. Jahrhundert) steht das Märchen Amor und Psyche. Es handelt von der Entwicklung der Seele unter Einfluss der göttlichen Liebe. Das Herz als Erkenntnisinstanz dieser Liebe wirkt in diesem Vervollkommnungs- oder Ganzwerdungsprozess des Selbst aktiv mit der sich läuternden Seele zusammen, so dass sich diese schließlich ihrer eigenen Unsterblichkeit und ihres göttlichen Ursprungs bewusst wird. Dieser Geistwerdungsprozess der Seele und die damit verbundene Reifung der Persönlichkeit bilden auch den Hintergrund der im 11. Buch des Romans geschilderten Einweihung des Protagonisten in die Isis- und Osiris-Mysterien. Durch die stufenweise Erschließung der Symbolik von Märchen und Einweihung werden die enge Verknüpfung und der tiefere Sinn der Entwicklung erkennbar. Die archetypische Ausrichtung und der Urbildcharakter von Amor und Psyche führten zu einer bedeutenden Rezeption in der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik des Abendlandes. Die Aktualität des Werkes bleibt ungebrochen, weist es doch auch dem heutigen Menschen den Weg zu einer erweiterten Bewusstheit und einem neuen Menschsein auf.
Inhalt: Apuleius und seine Zeit – Das die Metamorphosen prägende Weltbild – Die Zentralstellung des Herzens – Ebenen des Seelenbegriffs – Situierung des Märchens in den Gesamtzusammenhang des Romans – Das Märchen von Amor und Psyche: Viele Realitäten, viele Sinnebenen – Die große Göttin und das Mädchen – Der Liebesgott und das Herz – Psyches Entrückung und ihr Leben in Amors himmlischem Palast – Das Anschauen des Liebesgottes – Der Weg des Leidens – Die ersten drei Proben Psyches – Der Gang in die Unterwelt als vierte Probe – Psyches Erhebung in den Olymp und ihre himmlische Hochzeit mit Amor – Die Menschwerdung des Lucius – Der Dichter und sein Genius.