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Publius Quinctilius Varus: Leben und Nachleben

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Gülden Cicekdagi

Publius Quinctilius Varus ging aufgrund seiner Niederlage im Teutoburger Wald als Versager in die Geschichte ein. Bei den antiken Historiografen wird das Bestreben sichtbar, einen Schuldigen für die Katastrophe finden zu wollen. Indem sie Varus zum Sündenbock erklärten, versuchten sie, den Misserfolg des mächtigen Imperiums gegen die germanischen Stämme erklärbar zu machen. Von Velleius Paterculus zu einem inkompetenten, habsüchtigen Beamten degradiert, diente Varus den Humanisten als Verkörperung der römischen Kirche und den deutschen Gelehrten des 19. Jahrhunderts als Sinnbild der französischen Besatzungsmacht. Obwohl heute Historiker, wie Dieter Timpe oder Klaus-Peter Johne, eine weitgehend objektive Bewertung des Feldherrn bieten, bleibt er in den Augen der Nachwelt ein Verlierer.
Inhalt: Lebensstationen des Publius Quinctilius Varus – Die Schlacht im Teutoburger Wald – Verzerrung des Varus-Bildes durch Velleius Paterculus – Varus als Gegenspieler des Arminius im Humanismus und in den folgenden Jahrhunderten – Varus in der Dichtung – Varus aus der Sicht der Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts.