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Umgang mit Sterben und Tod in der Institution Krankenhaus

Zur Entwicklung einer abschiedskulturellen Haltung in der Pflegeausbildung

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Ulrich Griegoleit

Der Autor setzt sich in seiner Studie mit der Todeswirklichkeit als individueller und institutionalisierter Erfahrung auseinander. Unter Berücksichtigung interdisziplinärer Dimensionen werden Bedingungen des (Nicht)Handelns in der Begleitung Sterbender durch professionelle Bezugspersonen im Versorgungs- und Lernort Krankenhaus untersucht. Obwohl Krankenhäuser der häufigste Sterbeort sind, erschweren hier Systemzwänge wie eine gesellschaftliche Kultur der Lebensverlängerung und Lebenssteigerung einen individualisierenden Umgang der Beteiligten mit dem Sterbeprozess. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach institutionellen und pädagogischen Ansatzpunkten im Bereich der Pflegeausbildung zur Entwicklung einer abschiedskulturellen Haltung im Spannungsfeld von Systemrationalität und Patientenorientierung.
Inhalt: Sterben und Tod als Ereignisse des Lebens zwischen Verdrängung und Sichtbarkeit – Herausbildung abschiedskultureller Umgangsweisen von der spätmittelalterlichen Grabstätte auf dem Kirchhof bis zum postindustriellen Friedhof ohne Tote – Patientenverfügungen – Sterben und Tod in wissenschaftlicher und pädagogischer Perspektive: (Sterbe)Bewusstheitskontexte nach Glaser/Strauss – Sterbeprozessbeschreibungen u. a. nach Kübler-Ross – Death Education – Umgang mit Sterben und Tod in den Lernorten der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege unter Berücksichtigung gesetzlicher Intentionen und ökonomischer Rahmenbedingungen – Überprüfung von Hypothesen zur Todeswirklichkeit im Lernort Krankenhaus an der Realität Auszubildender nach der qualitativen Inhaltsanalyse Mayrings – Pädagogische Konsequenzen zur Förderung einer abschiedskulturellen Haltung unter Bezugnahme der Habitustheorie Bourdieus und subjektorientierter Lehr- und Lernprozesse nach Meueler und Klafki.