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Ein Geistlicher Rosengarten

Die Vita der heiligen Katharina von Siena zwischen Ordensreform und Laienfrömmigkeit im 15. Jahrhundert- Untersuchungen und Edition

Thomas Brakmann

Der «Geistliche Rosengarten», die Lebensbeschreibung der heiligen Katharina von Siena (1347-1380), ist die wichtigste Einzellegende des Dominikanerordens im spätmittelalterlichen Deutschen Reich. Ausgehend von der überlieferungsgeschichtlichen Untersuchung und kritischen Edition des Textes wird erläutert, wie in der Reformzeit des 15. Jahrhunderts Hagiographie als Medium der Reform genutzt wurde. Die Verbreitung der frühneuhochdeutschen Lebensbeschreibung über Ordens-, Reformverbands- und Standesgrenzen hinweg, läßt ein differenzierteres Bild von Produktion und Rezeption der geistlichen Literatur im 15. Jahrhundert entstehen. Die weite Verbreitung der Katharinenvita erklärt sich aus ihrer Offenheit für unterschiedliche Rezipientenkreise und Frömmigkeitsrichtungen. Durch die narrative Verarbeitung von Reforminhalten in der Vita verkörpert Katharina die observanten Ideale und wird zu einem Modell für eine moderne spirituelle Praxis.
Inhalt: Die Verbreitung und Übersetzung der «Legenda Maior» – Die Gesamtüberlieferung des «Geistliche Rosengarten» und die Konturen der Überlieferungsgeschichte (Stemma, Datierung/Entstehungsort/Autorschaft, Analyse der Mitüberlieferung) – Überlieferungswege, Publikum und Gebrauchssituationen – Verbreitung der Vita zwischen klösterlicher Reform und laikaler Buchkultur – Der «Geistliche Rosengarten» als Modell für die spirituelle Formung und «wahre Heiligkeit» – Elsbeth Achler von Reute – Katharina von Siena als Ideal einer klausurierten und lesenden Ordensfrau – Edition der Vita «Ein Geistlicher Rosengarten».