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Beziehungsreiche Gewebe

Textilien im Mittelalter

Kristin Böse and Silke Tammen

Jenseits der von ihnen zur Erscheinung gebrachten Bilder und Zeichen reizen mittelalterliche Textilien die Wahrnehmung durch ihre kostbare, mal diaphane, mal schimmernde und plastische Materialität. Die hier versammelten Beiträge untersuchen Bildteppiche, Paramente und andere Textilien vom Frühmittelalter bis in die Zeit um 1500 im Hinblick auf das von ihnen entfaltete Spannungsverhältnis zwischen Bildlichkeit und spezifischer Stofflichkeit, fragen nach Semantisierungen von Textilien, medialen Austauschbeziehungen, nach Raum- und Körperbezügen und möchten damit medien- und kulturwissenschaftlich geprägte Perspektivierungen «beziehungsreicher Gewebe» anregen.
Inhalt: Kristin Böse/Silke Tammen: Beziehungsreiche Gewebe - Textilien im Mittelalter. Einführung und Forschungsstand – Katharina Christa Schüppel: Tafelkreuze mit textilimitierendem Fond. Zur malerischen Dekoration der Aprontafel von Giunta Pisano bis Giotto – Anja Grebe: Ornament, Zitat, Symbol: Die sogenannten ‘Teppichseiten’ des Codex aureus von Echternach im Kontext von Buchmalerei und Textilkunst – Christoph Winterer: Der Kosmos als Bildthema und Vorbild textiler Kunst (800-1100) – Birgit Franke: Eine textile Liebesgeschichte in Wort und Bild: Wilhelm von Orlens und Amelie von England – Saskia Hennig von Lange: Die «Rauheit» der Fäden. Präsenz und Repräsentation auf dem Berner Trajan- und Herkinbaldteppich – Almut Schneider: Das textile Gewebe des Krieges. Gewand und Gewandmetaphorik in Konrads von Würzburg Trojanerkrieg – Hildegard Elisabeth Keller: Fleischmäntel. Textile Analogien in der mittelalterlichen Theologie und der frühneuzeitlichen Medizin – Christiane M. Elster: Sühne, Memoria und Verherrlichung des Hauses Habsburg - das Antependium mitt den siben ziten unsers herren aus Kloster Königsfelden innerhalb der bildlichen Ausstattung des Königsfeldener Chores – Tanja Kohwagner-Nikolai: Wohin damit? - oder: Was lehren uns Technik und Formate? Überlegungen zu Verwendung und Funktion spätmittelalterlicher Bildteppiche – Stefanie Seeberg: Zur Sichtbarkeit und Wahrnehmung gestickter Bilder und Inschriften auf Altardecken des Mittelalters – Barbara M. Eggert: Exegese, Memoria, Projektionsfläche. Überlegungen zu Funktionen und Ortsspezifik bebilderter Paramente des 13. bis 16. Jahrhunderts – Birgitt Borkopp-Restle: Materialität und Handwerk in der Textilkunst des Mittelalters. Beobachtungen am Paramentenschatz der Marienkirche zu Danzig/Gdańsk – Jörg Richter: Linteamina. Leinen als Bedeutungsträger – Barbara Schellewald: Aër - Epitaphioi in Byzanz: Tuch - Körper - Christus – Mateusz Kapustka: Das Heilige Antlitz auf dem Hemd. Zur indexikalischen Bedeutung des Gewandes für die Bildfläche.