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Tagebücher 1856 - 1867- Dresden / Weimar / Dresden / Venedig / Graz / Wien / Dresden / Wien / Weimar

Herausgegeben und eingeleitet von Heinz Bluhm Tagebücher und Briefe von und an Ottilie von Goethe. Bd. 5

Der letzte Band der Tagebücher Ottilie von Goethes umfasst elf Jahre ihres Lebens. Im Juli 1856 reist sie von Wien ab und fährt über Prag nach Dresden und Weimar, um Mitte August zu längerem Aufenthalt nach Dresden zurückzukehren. Der Verleger Cotta besucht sie und will Unveröffentliches von Goethe, u.a. Tagebücher. Walther und Wolfgang sind dagegen, alles ist für die Unbeweglichen 'übereilt'. Der bekannte Mediziner und Goethe-Verehrer Dr. Karl Carus ist oft bei ihr zu Gast. Ihre Geldnot steigt: «...ewig Geld, Geld, Geld...». Sie will die Söhne glücklich und reich verheiraten. Dabei macht der Sechzigerin ihre eigene verfehlte Ehe zu schaffen. Viele ihr nahestehende Menschen sterben. Trotzdem bleibt ihr Geist wach. 1858 reist sie nach Venedig und wohnt direkt am Markusplatz. Die politische Lage ist gespannt. Mitte Mai ist sie nach kurzem Zwischenaufenthalt in Graz wieder in Wien, wo sie ihr altgewohntes reges gesellschaftliches Leben weiterführt. In Dresden, ihrer nächsten Station, wird sie oft von Engländern besucht. Mit Genugtung erinnert sie sich daran, dass Goethe sie seinerzeit als englischen Konsul in Weimar bezeichnet hatte. Weiteres häusliches Unglück bleibt nicht aus. Wolfgang wird nicht befördert. Mit sehr trüben Aufzeichnungen vom Juni 1860 schliessen die zusammenhängenden und chronologisch aufeinanderfolgenden Tagebücher. Es folgen noch zwei isolierte Tagebücher aus Wien vom Januar und Juni 1862 und schliesslich aus Weimar vom Februar und Mai 1867. Sie empfängt zahlreichen Besuch und liest sehr viel, z.B. Charles Dickens. Ihr Leben beschliesst sie in denselben Mansardenstuben im Goethehaus, wo sie vor 50 Jahren mit August gelebt hatte. Walther und Wolfang sind bei ihr. Am 26. Oktober 1872 schliesst die bis zum Schluss charmante Herrin des Goethehauses die müden Augen. Die Söhne werden das grosse Erbe bis zu ihrem eigenen Tod betreuen, bis der den Bruder überlebende Walther es der Grossherzogin vermacht und es damit der lange wartenden Welt eröffnet.