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Nikolaj Andreevic Roslavec und die Kultur seiner Zeit

Mit einem Vorwort von György Ligeti

Marina Lobanova

Nikolaj Roslavec existiert als fremde Substanz in der Kulturgeschichte: Obwohl dieser «interessante russische Komponist», so Igor Stravinskij, in den Jahren zwischen 1910 und 1930 als Führer der russischen Avantgarde anerkannt wurde, stand sein Werk seit Anfang der 30er Jahre unter Verbot. Auch sein originelles theoretisches System, das mit dem Schönbergschen vergleichbar ist, wurde aus der Musikpraxis verdrängt. Die erste Monographie über das Leben und Schaffen dieses unbekannten Klassikers moderner Musik faßt die mehrjährige Arbeit in Archiven zusammen, die zur Wiederherstellung mancher Kompositionen sowie zur Wiederentdeckung «verschollener» Werke führte. Das Schaffen Roslavec' wird im Kontext des kulturellen Lebens seiner Zeit betrachtet, gleichzeitig ist es eine Forschung über die «entartete Kunst» in Rußland und eine Chronik der Verfolgungen, die Roslavec und seine Gesinnungsgenossen in der Sowjetunion erlebten.
Aus dem Inhalt: Musik und Revolution - Das musikalische Drama der 20er Jahre - Roslavec und Skrjabin - Roslavec und Debussy - Roslavec und der Jugendstil - Roslavec und der Futurismus - Roslavec und Schönberg - «Analytische Kunst» - Das neue System der Tonorganisation.