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Kausalität und Moderne Literatur

Eine Studie zum epischen Werk Alfred Döblins (1904-1920)

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Georg W. Klymiuk

Die Wechselbeziehungen zwischen der Überwindung des naturwissenschaftlichen Kausaldeterminismus nach 1900 und der für die moderne Literatur charakteristischen Problematisierung literarischer Vermittlung werden am Beispiel Döblins modellhaft behandelt. Ausgehend von einer Darstellung der zeitgenössischen Relativitätsproblematik wird gezeigt, dass sich in Döblins Werk die Kausalstruktur der individuellen Erfahrungswelt der Figuren auflöst, während eine überindividuelle, vitalistisch gedeutete Determination fortbesteht, der die Figuren zwar unterliegen, die aber nicht bewusstseinsfähig ist. Die subjektiven Sinngebungsversuche der Figuren erweisen sich als willkürlich und absurd, da sie eine zulängliche Perspektivierung der Realität nicht mehr erlauben.
Aus dem Inhalt: U.a. Die zeitgenössische Kausalitätsdebatte - Perspektivenproblem und Verfallsthematik in «Wang-lun» und «Wallenstein» - «Persönlichkeitszerfällungen» und «dysfunktionale Rollenspiele» in Döblins Erzählungen - Döblins Kausalitätskritik - Das Problem der «Erklärbarkeit» im Frühwerk Döblins.