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«Gott meint die Welt keineswegs wörtlich»

Zum Gleichnisbegriff in Robert Musils Roman «Der Mann ohne Eigenschaften»

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Gérard Wicht

Die vom Verfasser in den Titel der Arbeit gestellte Bemerkung, dass «Gott die Welt keineswegs wörtlich» meine, stammt aus dem Zentrum des Musilschen Denkens. Auf die Frage, was diese nicht wörtlich gemeinte Welt eigentlich sei, antwortet Musil: Sie ist ein Gleichnis. Der «eigenschaftslose» Held des Romans versucht, den wahrgenommenen metaphysischen Sinnverlust durch ein Denken und Sein im Gleichnis, dessen Bedeutung in der Schwebe bleibt, aufzufangen. Im ästhetischen und existenziellen Phänomen «Gleichnis» verbindet sich rationalistische Lebenshaltung mit mystischer Epiphanie. Der angestrebte «andere Zustand» wird als punktuelles Gelingen eines Daseins im Gleichnis begriffen.
Aus dem Inhalt: U.a. Das Phänomen «Gleichnis». Ein Kennzeichen der Literatur des Jahrhundertanfangs - Die Sprache im «MoE» - Das Gleichnis als Kompensations- und Übersetzungsmodus - Die Funktionen der Gleichnisse.