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Germanisches Recht und Rechtssprache zwischen Mittelalter und Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung des skandinavischen Rechts. Gegenthese zu J. Grimm und zu romantischer Auffassung im 20. Jahrhundert

Lexemdistribution und Lexemverhalten in Textsorten und in Dialekten innerhalb historischer Sprachstufen. Bd. I

Michael Jacoby

Im Anschluss an die noch im 20. Jahrhundert weitverbreiteten Ansatzpunkte, die auf die Denksysteme der Romantik zurückgehen, wird hier die Stellung der nordischen Rechtsquellen in der Germania methodisch und sachlich untersucht und neu bewertet. Alle schriftlich vorliegenden nordischen Landschaftsrechte weisen Fremdeinfluss auf. Die umfassende Methodendiskussion wird von rechtsphilologischen und von sprachhistorischen Ausgangspunkten geführt.
Zum Unterschied von Belegsammlungen, die historische Wortübersichten zeigen, und von dem, was bisher methodisch geleistet wurde, bietet diese Abhandlungsfolge - vorliegend hier Band I Textstrang Gesetze und Verordnungen - für ein abgegrenztes Untersuchungsgebiet im Zeitraum von rund 800 Jahren zwischen Mittelalter und Neuzeit, eine parallele Darstellung von Textsorten in Strängen mit Kontexten im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Traditionen, die den verschiedenen Textsorten zu Grunde liegen, parallel dazu ein Strang diatopischen Materials (auch mit aus Ortsnamen abgeleiteten Lexemen), sowie eine Prüfung aller Stränge mit einer kleinen Menge von Probewörtern, wobei die Sicht primär vom Text ausgeht. Unabhängig vom individuellen Lauf von Wörtern können somit auch Eigenschaften von Textsorten pro Zeit beleuchtet und in synchronen Querschnitten durch alle Materialien als sprachliches Relief, das für den Untersuchungsraum pro Zeit Gültigkeit besitzt, gesehen werden. Das System ist Paradigma und lässt sich zur Untersuchung von Wortbewegungen und Textsorten in der Diachronie auf andere Sprachräume überführen.