Show Less
Restricted access

Geschichten aus Geschichte

Historische Begebenheiten und romaneske Verarbeitung in Giorgio Bassanis "Romanzo di Ferrara</I>

Stefanie Schütte-Schneider

Zwischen dem Anspruch, Geschichte zu schreiben, und dem Wunsch, große Literatur zu schaffen, oszilliert das Werk des italienischen Schriftstellers Giorgio Bassani. Die poetische Sprache seines Hauptwerks Il romanzo di Ferrara verleitete die Literaturkritik häufig zu einer Einordnung der Texte als eine Art Kunstprosa. Im Gegensatz hierzu wird in dieser Arbeit der historisch-politische Gehalt des Werks als bedeutungstragend verstanden. Anhand des ersten und dritten Teils des Romanzo di Ferrara, der Erzählung von Dentro le mura und des berühmten Romans Il giardino dei Finzi-Contini, wird gezeigt, wie der Autor Geschichte symbolisch verarbeitet. Sein Werk erweist sich als Anklageschrift, deren kunstvoller Stil nicht die Schärfe der politischen Analyse mindert.
Aus dem Inhalt: Fiktion und Realität - Die Ferrareser Juden zur Zeit des Faschismus - Die Aufgabe des Schriftstellers - Historische Daten als Bedeutungsträger - Vom erzählten Ich zum Ich-Erzähler - In der Welt der Finzi-Contini - Liberalismus und Kommunismus - Die Kultur der Renaissance.