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Don Quixote (der «richtige» und der «falsche») und sieben deutsche Leser

Rezeptionsästhetische leseaktorientierte vergleichende Analysen an spanischen Ur-Quixote-Ausgaben von 1604/5 bis 1615 und sechs deutschen Übersetzungen von 1648 bis 1883

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Theo Josef In der Smitten

Die anfängliche Themenstellung «Vergleich der deutschen Fassungen mit dem 'Original'» erwies sich als zu kurz gegriffen. Anstelle «eines Originals» gibt es ein System von - offenbar so komponierten - konkurrierenden Fassungen und Fortsetzungen. Dieses irritierend offene System wird hier erstmals (samt dem sog. «falschen» Quixote) vorurteilslos analysiert. Der Leser gewinnt ausser dem spannenden Übersetzungsvergleich, den er synoptisch vor- und nachvollziehen kann, ein frappierend neues, revolutionäres Bild von der schier unfassbaren und doch weitgehend nicht von der Hand zu weisenden Modernität des Werkes. Das sich seiner selbst als solches bewusste «Welt-Buch» vom frühen 17. Jahrhundert entfaltet ein Phänomen wie «kalkulierte Absurdität». Das glaubte unser Jahrhundert erfunden zu haben. Vielleicht ist der Quixote mit Paul Wildi (1930) in Parallele zu «Las Meninas» von Velasquez die «Theologie der Literatur».
Aus dem Inhalt: Titelmotivik - Die Motive «Zusatztexte» und «Manipulation» in Ausgangstexten und Uebersetzungen - Analyse der Prologe und Anfänge - Kapitelkompositorik - Medio- und Makrogliederung - Die Eselei - Der Quixote in neuem Licht.