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Das Ende der Idylle

Symbolik, Zeitbezug, 'Gartenrevolution' in Goethes Roman «Die Wahlverwandschaften»

Michael Niedermeier

Der Autor führt den Nachweis, daß «Die Wahlverwandtschaften», Goethes umstrittenes und interessantes Buch, trotz aller Versuche, sie als Ausdruck von Goethes Weltabgewandtheit zu interpretieren, sehr wohl ein genaues Bild von der zeitgenössischen Wirklichkeit bietet. Die engen Grenzen der textimmanenten Interpretation werden dabei überschritten und kultur- und kunstgeschichtliche, wirtschafts- sowie sozialgeschichtliche Gesichtspunkte berücksichtigt. Unter anderem am Beispiel von Goethes ambivalenter Rezeption der zeitgenössischen Gartenbaukunst wird deutlich, daß es ihm in diesem Roman weniger um eine Kritik der Romantik gegangen ist, als um die Darstellung und produktive Adaptation von Bildern des Alltags und der Umbruchssituation seiner Zeit.
Aus dem Inhalt: «Die Wahlverwandtschaften» - Genese und Krise des Naturzustandes im Park - Arkadiensehnsucht und Parkleben in der Krise - Höfisches Leben und Wirklichkeitsverlust - «Scheinbild des vorigen Lebens» und die Entsagung Ottilies - Novelle und tragischer Roman - «Gartenrevolution» und Epochenumbruch - Das Parkleben im Urteil der zeitgnössischen Leser - Agrarkapitalistische Bestrebungen und «ökologische Emigration» - Goethe und die «neumodische Parksucht».