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Der Übermensch

Friedrich Nietzsche und das Scheitern der Utopie

Eva Lehmann

Nietzsches Werk wirkt in heutiger Zeit apokalyptischer Umbrüche beklemmend nah. Der Übermensch erscheint als Messias und Henker, zweideutig im Verhältnis zu Dionysos und Christus, verborgen hinter der Maske des Heiligen und des Narren, verstrickt im tragischen Zwiespalt von Täter und Opfer. Die Vision einer gewaltsamen Neuordnung der Welt wird vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund analysiert, der vom Marxschen Manifest einer «Weltrevolution», der russischen Oktoberrevolution, Hitlers Gewaltherrschaft und Stalins Sowjetdiktatur bis zur Perestrojka reicht. Nietzsches Orakel wird vielfach manifest, auch in der Moderne und in den Sozialismus-Utopien von E. Bloch und G. Lukács.
Aus dem Inhalt: Die mythische Verschlüsselung einer Rebellion – Der Wahn-Sinn des fanatischen Bewußtseins – Elite und Führungsanspruch – Die Mitleidlosigkeit der Moderne – Die Heiligkeit des großen Verbrechens – Dämonen und Übermenschen in der Geschichte.