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Krieger, Arbeiter, Waldgänger, Anarch

Das kriegerische Frühwerk Ernst Jüngers

Klaus Gauger

Der traumatische Epochenbruch des Ersten Weltkrieges - prägend für eine ganze Generation von jungen Kriegsfreiwilligen - hat wie bei keinem anderen Schriftsteller das Werk des greisen Jahrhundertzeugen Ernst Jünger beeinflußt. Daher untersucht diese Arbeit die Struktur dieses Kriegserlebnisses in psychologischer, sozialer, historischer, bürokratischer und taktisch-militärischer Hinsicht und versucht nachzuzeichnen, wie der Autor auf den übermächtigen Druck des neuartigen Massentötens mit einem heroischen Konzept des Soldaten in der Weltkriegswirklichkeit kontert. In einem ein Leben lang andauernden schriftstellerischen Verarbeitungskonzept wird das Weltkriegserlebnis zu einer umfassenden Modernevision ausgeweitet, der eine kriegerische Ontologie aller Vorgänge zugrunde liegt und die sich phänomenologisch in der Gestalt des Kriegers, Arbeiters, Waldgängers und Anarchen verhärtet.
Aus dem Inhalt: Der liminale Zustand im Brennpunkt des Jüngerschen Geschehens: Trauma/Drogenrausch/Gewaltrausch - Die Kindheit: Die Entwicklung einer eigenen Weltsicht aus jugendlicher Abwehrhaltung - Ernst Jüngers Kriegserlebnis als Deformation des objektiven Geschehens: Sinngebung und Aufrechterhaltung des heroischen Subjekts in Ernst Jüngers Kriegsschriften der zwanziger Jahre - Der Endpunkt in Jüngers Auseinandersetzung mit dem Kriege: «Der Arbeiter» - Der Übertritt in das Posthistoire: Eumeswil.