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Heißes Eisen

Zur Unternehmenspolitik der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft in den Jahren 1918-1933

Barbara Schleicher

Das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr verlieh der Autorin für diese wissenschaftliche Leistung den Victor Adler Förderungspreis für das Jahr 1999. Globalisierung, Shareholder Value, Golden Handshake - hinter neuen Schlagworten stecken alte Konzepte. Die Unternehmenspolitik der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft ist ein Lehrbeispiel dafür. 1921 war der schwer angeschlagene Industrieriese in den Besitz der deutschen Stinnes-Gruppe gekommen. Die schnelle Rendite, auf die das Haus Stinnes setzte, blieb jedoch aus – erst mußte «saniert» werden. Mit einer Mischung aus technokratischer Arbeitsorganisation, Sozialabbau, dem Zurückdrängen der Freien und dem Aufbau Gelber Gewerkschaften sollte das Unternehmen auf Gewinnkurs geführt werden. Fast zwangsläufig kam es zum Zweckbündnis zwischen den Konzernherren und den austrofaschistischen Heimwehren und später der NSDAP. Die Marktzwänge machten die ÖAMG-Direktoren zu Einpeitschern des «Anschlusses». So schrieb die Realität einen Wirtschaftsthriller, der spannender ist als jede Fiktion.
Aus dem Inhalt: Die österreichische Montanindustrie zwischen Aufschwung, Sozialisierung und Ausverkauf - Die Ära Stinnes - von der Inflation zur Stabilität - Die Vereinigte Stahlwerke AG: Voraussetzung für ein umfassendes Rationalisierungsprogramm des grenzüberschreitenden Konzerns - Machtvolle innerbetriebliche Herrschaftsinstrumente - Der Kollaps des deutsch-österreichischen Montanriesen in der Weltwirtschaftskrise.