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Bruderschaften und Liebesbünde nach Trient

Ihr Totendienst, Zuspruch und Stellenwert im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben am Beispiel Salzburg 1600-1950

Rupert Klieber

Trotz ihrer weiten Verbreitung zählen Bruderschaften und ähnliche religiöse Vereinigungen zu den vernachlässigten Bereichen der Gesellschafts- und Kirchengeschichten. Gespeist durch zahlreiche, vor allem serielle Quellen einer beschränkten Region und langen Dauer (1600-1950) rekonstruiert die Studie am Beispiel Salzburg eine facettenreiche Bruderschaftskultur sowie den Wandel ihres kirchlichen und gesellschaftlichen Stellenwertes (etwa als regionale Auftrag-, Arbeit- und Kreditgeberin). Die deutlich erweiterte Quellenbasis erlaubt es ferner, das Phänomen Bruderschaft durch eine Definition und Typenbildung näher zu bestimmen. Es präsentiert sich als ein vormodern-loses Organisationsmodell auf totendienstlichem Fundament: Die im Generationenvertrag garantierte feierliche Bestattung bzw. Fegefeuerhilfe motivierte eine breite Mitgliederbasis (mehrheitlich Frauen) für eine Vielzahl erklärter religiös-liturgischer, seltener moralischer oder karitativer Anliegen.
Aus dem Inhalt: Stand der Forschungsdiskussion - Untersuchung der Salzburger Bruderschaftsgruppen: z.B. tridentinisch gewendete mittelalterliche Bruderschaften und Handwerkerzechen, die Ordensfraternitäten und ihre Gnadenunterpfande, die Liebesbünde von Angehörigen fürstlicher Haushalte, die Erzbruderschaften eines erneuerten Katholizismus des 19. Jahrhunderts - Definition und Typenbildung für Bruderschaften - Diskussion gezielter Forschungsfragen (u.a. Rolle der Frauen, Relevanz der hohen Beitrittszahlen, Stellenwert karitativer Aktivitäten) - Vergleich der Arbeitsergebnisse mit verwandten Untersuchungen.