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Jüdische Autoren Ostmitteleuropas im 20. Jahrhundert

2., überarbeitete Auflage

Series:

Hans Henning Hahn and Jens Stüben

Mit Ostmittel- und Osteuropa verbindet man nicht zuletzt die dortige jüdische Welt und ihre Schriftsteller, die vielfach – wie Kafka, Roth, Celan, Canetti, Schulz oder Babel’ – zur Weltliteratur zählen. Diese positive Assoziation mischt sich mit Trauer, denn es handelt sich um eine untergegangene, zerstörte Welt, die allenfalls im Mythos (vom Schtetl oder von Landschaften wie Galizien und der Bukowina) weiterlebt. Die Aufsätze des Bandes befassen sich mit jüdischen Autoren deutscher, polnischer, tschechischer und russischer Sprache sowie mit dem jüdischen Beitrag zu einzelnen ostmitteleuropäischen Kulturregionen. Im Mittelpunkt steht der unterschiedliche Umgang der Autoren mit den Identitäts- und Akkulturationsangeboten, die im östlichen Europa einst zur Verfügung standen.
Aus dem Inhalt: Hans Henning Hahn: Zur Problematik jüdischer Identität in Ostmitteleuropa. Eine Einführung – Gabriele von Glasenapp: Annäherung an Preußens östliche Kulturlandschaften. Oberschlesien und die Provinz Posen im Werk von Ulla Frankfurter-Wolff und Isaak Herzberg – Detlef Haberland: Der «oberschlesische Orpheus». Aspekte des Werkes von Arthur Silbergleit – Idis B. Hartmann: Der schlesische Maler und Dichter Ludwig Meidner. Vom Propagandisten des Expressionismus zum bekennenden Juden – Karol Sauerland: Arnold Zweig und das Ostjudentum – Wilma A. Iggers: Das jüdische literarische Milieu in Prag – Marek Toman: Revelation of a Poet. The Discovery of Jiří Daniel, a Czech Poet of Jewish Origin – Michael Daxner: Schtetl-Faszination – Michael Garleff: Jüdische Autoren aus Litauen – Matthias Freise: Der polnische Dichter Aleksander Wat und die Frage nach der Identität – Andreas Herzog: «Von alten und neuen Tafeln». Religions- und Erziehungskritik in Efraim Frischs «Verlöbnis. Geschichte eines Knaben» – Alfred Sproede: Eine verlorene Art jüdischen Erzählens. Zur Prosa von Bruno Schulz – Burkhard Bittrich: Alt-Österreich als patria universalis. Joseph Roths Erzählung «Die Büste des Kaisers» – Maria Kłańska: Zwei galizisch-jüdische Schicksale in Wien. Die Autobiographien von Manès Sperber «All das Vergangene» und Minna Lachs «Warum schaust du zurück» – Krzysztof Lipiński: Salcia Landmanns jüdische Identität im Spiegel ihrer galizischen «Erinnerungen» – Johannes G. Pankau: Elias Canetti - das Selbstbewußtsein des Außenseiters – Wolfgang Emmerich: Paul Celans Weg vom «schönen Gedicht» zur «graueren Sprache». Die windschiefe Rezeption der «Todesfuge» und ihre Folgen – Klaus Werner: Die literarische und dokumentarliterarische Reflexion des transnistrischen Holocaust – Rainer Grübel: Ein literarischer Messias aus Odessa. Isaak Babels Kontrafakturen des Chassidismus und der odessitische Kontext jüdisch-russischer Kultur – Jens Stüben: Israelische Autorinnen und Autoren ostdeutscher und altösterreichischer Herkunft.