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Thomas Mann auf dem Weg zur Politik

Marian Michael

Die Deutschen der Kaiserzeit waren oft wesentlich unpolitisch. So kontrastiert Thomas Manns frühe politische Interesselosigkeit mit Heinrich Manns Einsatz für politischen Fortschritt. Das führte im ersten Weltkrieg zu leidenschaftlicher Auseinandersetzung in den «Betrachtungen eines Unpolitischen». Doch wenige Jahre später setzte sich Thomas Mann ein für die Weimarer Republik als gegebene Staatsform, söhnte er sich aus mit seinem Bruder, bekämpfte er die drohende Gefahr von rechts. Von Werk zu Werk, in Deutschland, im Exil entwickelte sich seine politische Philosophie.
Aus dem Inhalt: «Für politische Freiheit habe ich gar kein Interesse» (Brief an Heinrich Mann, 27.11.1904) - «Entscheidungen werden zu treffen sein. Zwischen Ost und West gestellt, wird es (Deutschland) wählen müssen». (Zauberberg III, 714) - «So wenig der Mensch nur dem Naturreich angehört, so wenig ist die Politik nur im Bösen beschlossen». (Deutschland und die Deutschen, XI, 1139).