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Die geplante Zukunft

Die bundesdeutsche Schnellbrüterentwicklung in den 1960er Jahren

Günther Oetzel

In den 1960er Jahren vollzog sich ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel. Dieser Transformationsprozeß prägte die öffentlichen Diskurse in den westlichen Industriegesellschaften. Eine Gesellschaft im Überfluß schien sich zu realisieren. Im Zukunftsdiskurs nahmen Wissenschaft und Technologie als Modelle und Schrittmacher der Veränderung eine zentrale Stellung ein.
Das bundesdeutsche Projekt Schneller Brüter (PSB) symbolisierte als integriertes technologisches Großvorhaben den Aufbruch in eine «Neue Technik». Diese erforderte neuartige Formen der Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft. Die Analyse der konkreten historischen Entwicklungsprozesse ermöglicht die Identifikation von Rationalitätsmustern und Entscheidungsstrukturen. Das Modell der Neuen Technik erweist sich hierbei als Legitimationsbasis spezifischer gesellschaftlicher Modernisierungsstrategien.
Aus dem Inhalt: Grundlagen einer Geschichte moderner Technologie - Das Modell Hochtechnologie - Internationalisierung der Schnellbrüterentwicklung 1963-1967 - Europäische Zusammenarbeit - Option USA - Industrialisierung der Schnellbrüterentwicklung 1965-1969: Prototypreaktoren, Natriumbrüter (Kalkar SNR-300), Einstellung des Dampfbrüters, Heliumbrüter - Das technokratische Paradigma - Ideologische und gesellschaftliche Grundlagen.