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Ein Text ohne Ende für den Denkenden

Zum Verhältnis von Literatur und Philosophie in Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften</I>

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Gunther Martens

Die Arbeit untersucht das jüngst von der Dekonstruktion problematisierte Verhältnis von Literatur und Philosophie in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften. Ausgehend von der Nietzsche-Rezeption wird Musils kritische Haltung anhand einer Rekonstruktion der poetologisch-epistemologischen Konstante von Begriff und Metapher konturiert. Es wird nachvollzogen, wie sich Musils Grenzgang auf formal-inhaltlicher Ebene im Spannungsfeld von Totalität und Fragment, Eindeutigkeit und Ambivalenz gestaltet. Auf essayistisch-aphoristische Weise kämpft Musil durch Paradoxie und Differenz «gegen die Totallösung und das System» an. Das Werk, so der Tenor der Studie, nimmt durch seine strategische Offenheit und textuelle Pluralität eine ambivalente Schlüsselstellung im Übergang von der Moderne zur Postmoderne ein.
Aus dem Inhalt: Literatur und Philosophie in der Dekonstruktion: eine Einebnung des Gattungsunterschiedes? - Mach, Nietzsche, Musil und das Schicksal des Subjekts - Der Roman als interdiskursives Experiment - Kritik des begrifflich-identifizierenden Denkens in der Nachfolge Nietzsches und in Hinblick auf Adorno und Derrida - Literatur und Ethik: Von den Gleichnissen Wittgensteins und Musils - Die Dialektik ohne Synthese von Totalität und Fragment als Dekonstruktion der Systemphilosophie - Die Pluralität des offenen Textes.