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Entdeckung und Selbstentdeckung

Die Begegnung europäischer Reisender mit dem England und Irland der Neuzeit

Otfried Dankelmann

Fremde Länder kennenzulernen, hat Menschen der Neuzeit zunehmend mobilisiert. In diesem Buch werden Reiseberichte des 16. bis 19. Jahrhunderts danach befragt, was ihre Autoren in England und Irland entdeckten. Wie sie mit dem Anderen, ihnen Fremden umgingen. Ob sie ihr Heimatland neu zu sehen begannen. Gar sich selbst dabei veränderten. Das fördert Überraschendes zutage. Die Palette der Englandreisenden ist bunt: ein Schweizer Professor, ein russischer Zar als Gast englischer Geistlicher, französische Gelehrte eines prallen Jahrhunderts und aus Deutschland Schriftstellerin und Spion. Irland im Befund eines englischen Agrarexperten, mit dem späteren Urteil eines deutschen Ethnographen konfrontiert. Die Arbeiten verstehen sich als Bausteine zur Erkundung von historischer Erfahrung von Ausland und Ausländern. Sie erschließen zugleich noch kaum genutzte Quellen für eine bedenkenswerte Genese des Phänomens Nation.
Aus dem Inhalt: Otfried Dankelmann: Vorwort - Editha Ulrich: Reiseberichte als Medium der Fremderfahrung. Esther Bernards Wandlung in Briefen über England - Gerrit Deutschländer: Allein auß begirdt, ettwaß zesehen. Die Englandreise des jüngeren Thomas Platter von 1599 - Harms Mentzel: So wie einst die Königin von Saba kam nach Jerusalem. Über die Annäherung englischer Geistlicher an ihren Gast Zar Peter I - Sebastian Kühn: Metaphern einer Nation. Französische Englandberichte 1650-1750 - Ulf Hartmann: Ein Industriespion entdeckt sich selbst. Die Englandreise des Friedrich August Alexander Eversmann von 1783 - Marcus Rau: Wer Irland gesehen hat, dem ist kein Zustand in Europa mehr bedauernswerth. Beobachtungen und Erfahrungen von Arthur Young und Johann Georg Kohl. Ein Vergleich.