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Die Formel und das Unverwechselbare

Interdisziplinäre Beiträge zu Topik, Rhetorik und Individualität

Iris Denneler

«Die Formel und das Unverwechselbare» lautete der Titel eines interdisziplinären Forschungscolloquiums, das im Januar 1999 in Dortmund am Institut für deutsche Sprache und Literatur stattfand. Doch welches Verhältnis besteht zwischen Formel und Unverwechselbarem - bedingen sie sich gegenseitig oder schließen sie sich aus, sind Rituale , Topoi und rhetorische Muster ein Gewinn oder Verlust für unser Bewußtsein und unsere Einbildungskraft, verhindern oder ermöglichen sie Individualität? Fragen, die hier, über den literaturwissenschaftlichen Kontext hinaus, in Philosophie, Rechtspraxis, Bildender Kunst und Medien diskutiert und zugleich innerhalb ihres kulturellen und anthropologischen Umfelds beleuchtet werden.
Aus dem Inhalt: Peter L. Oesterreich: Verstehen heißt Verbindenkönnen. Die Erfindung des Selbst in der topischen Lebenswelt - Thomas Henne: Formeln vs. Individuum im Recht. Rechtshistorische Anmerkungen zu den ästhetischen Dimensionen literarischer Verarbeitungen von Recht - Karina Kellermann: Enstellt, verstümmelt, gezeichnet. Wenn höfische Körper aus der Form geraten - Franziska Frei Gerlach: Der Drachenkampf. Ein Paradigma und seine literarische Inszenierung bei Anne Duden - Maria Lypp: Vom Suppenkasper zum Dreikönig. Formel und Stereotyp im Kinderbuch - Wolfgang Braungart: «Komm! ins Offene, Freund¿» Zum Verhältnis von Ritual und Literatur, lebensweltlicher Verbindlichkeit und textueller Offenheit. Am Beispiel von Hölderlins Elegie «Der Gang aufs Land. An Landauer» - Manfred Engel: Lyrische Formel und Innovation in Rilkes Gedichtzyklen. Am Beispiel von «Stunden-Buch» und «Neuen Gedichten» - Bernard Dieterle: Erzählerische Improvisationen. Die Commedia dell'Arte als poetologisches Modell bei E.T.A. Hoffmann und Robert Coover - Klaus Kanzog: «To be, or not to be, that is the question». Über die filmische Realisation des Hamlet-Monologs in Grigori Kosinzews «Gamlet» (1964), Franco Zeffirellis «Hamlet» (1990) und Laurence Oliviers «Hamlet» (1948) - Iris Denneler: «Das Andenken ist ja im Grunde nichts anderes als ein Zitat.» Zu Formel und Gedächtnis am Beispiel von W.G. Sebalds «Die Ausgewanderten» - Petra Meurer: Diktatorisches Erzählen. Formelhaftigkeit in den Romanen von Herta Müller.