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Das moralische Gesetz in «Evangelium Vitae»

Martin Schlag

Was das moralische Gesetz anlangt, sind die wesentlichen Aussagen der Enzyklika Evangelium Vitae in den drei Prinzipien ihres dritten Kapitels (Mord-, Abtreibungs- und Euthanasieverbot) enthalten. Das Buch leistet einen Beitrag zum Verständnis dieser Aussagen. Dafür ist es zunächst erforderlich, darzustellen, als was diese drei Prinzipien verkündet werden: als moralisches Gesetz, das Teil des Naturrechts ist und bestimmte Handlungen als in sich schlecht verbietet. Für den Glaubenden besitzen sie als kirchliche Lehre einen hohen Verbindlichkeitsgrad, doch tritt die Kirche mit ihrer Lehre auch an den säkularen Staat heran. Deshalb bedarf es neben der möglichst präzisen Wiedergabe des moralischen Anspruchs der Kirche an die Gesetzgebung auch des Aufweises der Rationalität dieses Anspruchs. Es wurde daher versucht, das moralische Gesetz, das in Jesus Christus zur Frohbotschaft des Lebens geworden ist, mitten in die Gesellschaft hineinzustellen und seine heilende, erlösende Wirkung für den Staat darzustellen.
Aus dem Inhalt: Die Überwindung einer legalistischen Moral und das Verständnis des moralischen Gesetzes als Befreiung des Menschen – Die Erneuerung der Lehre vom natürlichen Sittengesetz und vom in sich schlechten Handlungsobjekt – Das Tötungs-, Abtreibungs- und Euthanasieverbot im Kontext der technisch entwickelten Gesellschaften mit liberalen demokratischen Rechtsordnungen.