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Herausforderung Pluralismus

Festschrift für Hans Jörg Sandkühler

Martina Plümacher, Volker Schürmann and Silja Freudenberger

Sowohl die faktische Pluralität von Kulturen und Subkulturen als auch die Perspektivenvielfalt in Theorie und Weltansichten stellt die Philosophie vor theoretische Herausforderungen: Dialoge indizieren, daß minimale Prinzipien von Einheit und Vereinheitlichung realisiert sind – nur selten ist das andere ein bloßes Rauschen. Wie sind diese Prinzipien zu bestimmen und zu rechtfertigen, ohne den Vorwurf eines imperialen Universalismus auf sich zu ziehen? Wie kann die Pluralität anerkannt und gleichzeitig ein Maßstab von Kritik entwickelt werden, der das Abgleiten in eine Standpunktlosigkeit oder in einen Verbindlichkeiten minimierenden Relativismus verhindert? Welche Konsequenzen hat die Faktizität des Pluralismus für individuelle und kulturelle Identitäts- und Differenzbildungen?
Die Beiträge dieses Bandes zeigen das breite Spektrum der in Erkenntnistheorie, Kultur-, Rechts- und politischer Philosophie geführten Debatten zu den Herausforderungen der Philosophie durch – ihrerseits vielfältige – Pluralismuskonzeptionen.
Aus dem Inhalt: Raúl Fornet-Betancourt: Zu einer neuen Wende in der lateinamerikanischen Philosophie: Das Programm einer interkulturellen Philosophie in Lateinamerika – Silja Freudenberger: Relativismus und Pluralismus – Gerhard Pasternack: Die Herausforderung des Pluralismus für die Hermeneutik – Arnim Regenbogen: Weisheitslehre und Weisheitsliebe - ein Disput – Volker Schürmann: Versuch über Hegemonie – Félix Duque: Archäologie der Kultur. Nietzsches Auseinandersetzung mit der Romantik – Lothar Knatz: Philosophiegeschichte und Philosophiegeschichten – Lars Lambrecht: Plurale Geschichte? – Detlev Pätzold: Imaginatio mundorum – Martin Schraven: Der Wirklichkeitsbegriff des späten Schelling. Eine Skizze – Pirmin Stekeler-Weithofer: Der Abschied von der Großen Erzählung und Hegels Strukturgeschichte der Vernunft – Gian Mario Bravo: Pluralismus und Demokratie im idealen «Bau» des Kommunismus. Thesen für eine Diskussion – Wolfgang Fritz Haug: Was ist tot, was lebendig an der Problematik des «pluralen Marxismus»? – Thomas Metscher: Leibniz’ Stadt. Perspektivik und Objektivität des Denkens. Ansichten einer materialistischen Theorie des Erkennens – Friedrich Tomberg: Kapitalistische Weltrepublik - im Horizont des Sozialismus. Eine marxistische Re-Vision – Kurt Bayertz: Sind Pluralismus und Universalismus unvereinbar? – Winfried Franzen: Prinzipien ohne Chefprinzip. Einige Bemerkungen zur Struktur des Ethischen – Wilhelm G. Jacobs: Pluralismus und Wahrheit. Zu Beweggründen neuzeitlicher Philosophie – Martina Plümacher: Pluralismus und Toleranz – Hyondok Choe: Epistemologischer Pluralismus und Geschlechterdifferenz – Werner Goldschmidt: Zum Verhältnis des ‘Guten’ und des ‘Gerechten’ in der pluralistischen Gesellschaft. Kritische Anmerkungen zum Pluralismusproblem bei John Rawls – Domenico Losurdo: Größe und Elend des Universalismus am Beispiel der Idee des «ewigen Friedens» – Juha Manninen: Zu den Anfängen des Prinzips Transparenz. Ein Blick von unten – Georg Mohr: Menschenrechte, demokratische Rechtskultur und Pluralismus.