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Schwank und Artushof

Komik unter den Bedingungen höfischer Interaktion in der «Crône» des Heinrich von dem Türlin

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Thomas Gutwald

Die zum Teil dem Schwank angenäherte Komik des Artusromans,‘Diu Crône‘ wurde bisher oft als Satire auf eine vorgeblich gattungstypische arthurische Idealität gedeutet. Differenziertere Erkenntnisse ermöglicht dagegen die Maßgabe eines multifunktionalen Komikbegriffs: Neben Fragestellungen struktureller Art (betreffend etwa die Integrierbarkeit des Schwanks in die romanhafte Großform) widmet sich die Studie vor allem der Funktionsbestimmung der Komik innerhalb des textimmanenten Artushofes, dessen Bereitwilligkeit zu lachen ihr Pendant im Gelächter des intendierten höfischen Publikums findet. Mit Bezug auf Luhmanns Systemtheorie wird schließlich die These vertreten, daß die komische Interaktion im Text brennspiegelartig die Leistungen und Grenzen interaktionsgebundenen Handelns schlechthin dokumentiert und damit eine Reflexionsbasis für die Probleme einer höfisch verfaßten Welt bereitstellt.
Aus dem Inhalt: ‚Novellistik‘ als Ort krisenhaften Geschehens im Gasoein-Ginover-Komplex – Artushofs Schande und Heiterkeit in der Becherprobe – Komik und die Poetik der unmâze im Umfeld der wiederholten Tugendprobe – Engführung von Beobachterpositionen in den Schlußpartien des Romans.