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Kontinuität und Wandel, Apokalyptik und Prophetie

Literatur an Jahrhundertschwellen

Dietmar Jacobsen

Jahrhundertschwellen genießen in der Literatur gesteigerte Aufmerksamkeit. Obwohl sie in der Regel eher selten mit epochalen Wenden in eins fallen, fordern sie zum Bilanzieren und Prophezeien geradezu heraus. Etwas geht zu Ende und ein Anderes beginnt. Aus dieser Konstellation Zeichen des Untergangs wie der Hoffnung zu lesen, hat Literatur nie versäumt. Die dreizehn Einzelstudien dieses Bandes versuchen, die Disparatheit literarischer Reaktionen auf Zeitenwandel spektral einzufangen und ein auf Kontinuität wie Diskontinuität setzendes Gesamtphänomen zu präsentieren.
Aus dem Inhalt: Jattie Enklaar: Literatur an Jahrhundertschwellen: Kulturbruch oder Wende? – Dieter Arendt: Der romantische Philister und seine blutleeren Wiedergänger – Dietrich Grohnert: Fin-de-siècle-Visionen an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert. Chaos und Goldenes Zeitalter in Novalis‘ Heinrich von Ofterdingen – Małgorz¸ata Kubisiak: «Unser teutscher Theokrit». Zur Idyllenkonzeption von Johann Heinrich Voß – Altrud Dumont: Das Schöne und seine Fratze. Ästhetische Aufbrüche an der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert – Zygmunt Mielczarek: «Die Zeit ist aus den Fugen.» Zur Literatur der Jahrhundertwende 1900 – Fred Lönker: Das Verschwinden des Subjekts in der Literatur der Jahrhundertwende (Hofmannsthal, Rilke, Musil) – Andrea Rudolph: Modernitätserfahrung als Erfahrung einer Epochenschwelle in Thomas Manns Erzählung Enttäuschung – Christoph Siegrist: Jahrtausendwende - Menschheitsende? Zu Friedrich Dürrenmatts anthropologischem Skeptizismus – Dietmar Jacobsen: Die «Furie des Verschwindens». Deutschschweizer Literatur an der Jahrtausendwende zwischen Eingedenken, Hoffen und Bewahren – Robert Rduch: Fleck und Linie als metaphorische Instrumente einer Bilanz des 20. Jahrhunderts in Botho Strauß‘ Beginnlosigkeit – Joanna Jabłkowska: Was heißt, ‘Deutschland denken’ am Ende dieses Jahrhunderts? Krise oder Aufschwung des Nationalgefühls am Beispiel Martin Walser – Günther A. Höfler: Sampling - das Pop-Paradigma in der Literatur als Epochenphänomen.