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Die Reichsbank in der Weimarer Republik

Eine Analyse der formalen und faktischen Unabhängigkeit

Simone Reinhardt

Die Arbeit setzt sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen formaler und tatsächlicher Zentralbankautonomie am Beispiel der Reichsbank zur Zeit der Weimarer Republik auseinander. Die historischen und politischen Gegebenheiten dieser für die deutsche Geschichte so entscheidenden Zeit finden dabei ebenfalls Beachtung. Die Untersuchung der Phase der Unabhängigkeit der Reichsbank zeigt, daß es nicht ausreicht, den juristischen Rahmen zu definieren, um eine faktische Unabhängigkeit der Zentralbank zu garantieren. Die formal garantierte Unabhängigkeit der Zentralbank vom Staat ist noch keine hinreichende Bedingung für die Verfolgung einer auf Stabilität der Währung ausgerichteten Geldpolitik. Entscheidend ist, was die Verantwortlichen der Zentralbank aus dieser Unabhängigkeit machen. Dies gilt ganz aktuell auch für die Europäische Zentralbank.
Aus dem Inhalt: Wiederaufbau des Geldwesens in Europa nach dem 1. Weltkrieg – Politische und wirtschaftliche Situation in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg – Entwicklung der formalen Unabhängigkeit der Reichsbank – Auswirkungen der gesetzlichen Bestimmungen auf die Reichsbankpolitik unter dem Reichsbankpräsidenten Havenstein von 1919 bis 1923 – Durchsetzung der Reichsbankautonomie unter dem Reichsbankpräsidenten Schacht von 1924 bis 1930 – Verhältnis der Reichsbank zur Reichsregierung unter dem Reichsbankpräsidenten Luther von 1930 bis 1933 – Formale Wiederanbindung der Reichsbank an die Staatsorgane.