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Naturwahrnehmung – Fremderfahrung

Entwurf zum Textverständnis europäischer Natur- als Fremderfahrung aus der Transformationsgeschichte ihrer Denkfiguren

Stephan Mühr

Die Arbeit untersucht das befremdlich zerstört wirkende Naturverhältnis Europas basierend auf den Fragen: Wer was warum und wie als «Natur» auffaßt? Auf welche Referenzsysteme oder Denkfiguren verweist der Naturbegriff? Wie lenken sie das aktuelle Naturbild? Und vor allem: Wie kann man derart allgemeine Denkmuster erforschen, ohne ihren impliziten Voreinstellungen selbst zu unterliegen?
Diese Dissertation legt einen Entwurf zum Textverständis europäischer Naturkonzepte vor, der die Herleitung der eigenen Untersuchungskategorien aus seinem Thema entwickelt und dadurch transparent macht. Damit wird hinter die konventionelle wissenschaftliche Trennung von Forscher, Untersuchungsgegenstand und Methodik, von Mensch, Natur und Technik zurückgegangen, um im Situs der Untersuchung selbst die popularisierte Kritik an eben dieser Trennung zu erforschen.
Aus dem Inhalt: Petrarcas Mont Ventoux-Brief als Schlüsseltext zur Konstruktionsgeschichte ästhetischer Naturwahrnehmung – Die Begriffs- und Rezeptionsgeschichte des Naturerhabenen und die Kompensationsthese – Idealismuskritik als Quelle für Adornos Naturverständnis – Naturwahrnehmung und Hermeneutik zwischen Empirismus und ästhetischer Imagination in der Romantik – Eurozentrismusforschung, Kritik der Reiseliteraturforschung und Anwendungsbeispiele für den Tourismus.