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Zur kritischen Funktion ästhetischer Rationalität in Kants «Kritik der Urteilskraft»

Hjördis Nerheim

Die zur Debatte stehende Grundthese, die zu verteidigen sein wird, kann so formuliert werden: Selbstbewußtsein bzw. Intersubjektivität und das heißt hier mögliches Verstehen überhaupt, gründen in der je eigenen Sensibilität.
Diese These bliebe eine bloße Hypothese, ließe sich nicht eine rational gegründete Erklärung zustandebringen, die das widersinnig Erscheinende rechtfertigen könnte. Die Strategie der Verfasserin besteht daher in dem Versuch, den «einheitswissenschaftlich» positivistischen Blick durch eine mehrdimensionale Perspektive zu reflektieren, womit auf eine bewußtseinserweiternde, von der reinen Kontrollrationalität verdrängte «Tiefengrammatik» menschlicher Weltorientierung verwiesen wird. Das bedeutet den Übergang auf eine andere Ebene, die uns neue, bis jetzt noch nicht wahrgenommene, vielleicht auch übersehene Möglichkeiten des «In-der-Welt-Seins» in der gelebten Wirklichkeit auf vorprädikativer Ebene aufscheinen läßt – allgemeine Möglichkeiten unseres Daseins, die sich im theoretischen Fokus diskursiver Sprache nur indirekt vermitteln lassen.
Aus dem Inhalt: Nicht-diskursive Rationalität – Zur Erweiterung des Bewußtseinsbegriffs – Die Architektur im Kantischen Begriff ‘Vernunft’: Perspektivik der Kritik der reinen Vernunft – Konsensus und Objektivität – Die Sensibilität als reflektiertes Selbstbewußtsein – Interesselosigkeit und Freiheit.