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Die dunkle Seite der Medien

Ängste, Faszinationen, Unfälle

Björn Laser, Jochen Venus and Christian Filk

Medien funktionieren – ohne Sprache keine produktive Verhaltenskoordination; ohne Schrift keine Staatenbildung; ohne elektronische Datenübertragung keine globalisierten Wirtschaftsbeziehungen. Medien funktionieren nicht – Computernetzwerke brechen zusammen; Texte wirken sinnlos; man redet sich um Kopf und Kragen. – Während die Medienwissenschaft sich bisher vor allem auf die gesellschaftlichen Funktionspotentiale von Medien konzentriert hat, wird in dem vorliegenden Band die andere, die «dunkle» Seite der Medien beobachtet. In exemplarischen Analysen veranschaulichen die Beiträge, daß der Medienwandel und seine Reflexion durch die medienspezifischen Ängste, Faszinationen und Unfälle angetrieben werden. Durch die Akzentuierung medialer Extravaganzen und Unverfügbarkeiten betonen sie zugleich die Offenheit der Mediengeschichte.
Aus dem Inhalt: Lorenz Engell: Einmalig! Mediengeschichte im Einzelfall – Georg Christoph Tholen: Talk-Show als Selbstbekenntnis. Zur Diskursanalyse der «Affekt-Talks» im Fernsehen – Veit Sprenger: Crash-TV. Die Schlacht um die Mitte – Rainer Leschke: Gelöste Gewalt – Thomas Morsch: Von Engeln und Dämonen. Der Diskurs des sexuellen Kindesmißbrauchs. Medien, Hysterie und die Erotisierung der Unschuld – K. Ludwig Pfeiffer: Schlachten! – Kirsten von Hagen: Verführung und Täuschung oder der Brief als Waffe. Choderlos de Laclos’ Skandalroman Les liaisons dangereuses (1782) – Christian Bielefeldt: Wie der Schrei Musik wird. Zu Ingeborg Bachmanns und Hans Werner Henzes Oper Der junge Lord – Hyunseon Lee: Weiße Frau und weiser König. Die (un-)erlaubte Berührung der «Kulturen» in den globalisierten Medien – Manfred Geier: Pandoras Töchter. Künstliche Frauen als Symptome medialer Umbrüche und Krisen – Christine Kopf: Die Austreibung der Kuriosität aus dem Kabinett. Das Medium Ausstellung im Dispositiv musealer Wissensvermittlung – Jens Ruchatz: Realismus als dauerhaftes Problem der Fotografie. Zuschreibung versus Technikontologie – Helene Hecke: Die unerträgliche Leichtigkeit des «Drin-Seins». Verheißungen und Klischees im Internet – Björn Laser: E-Mail für Dich. Drohungen aus dem Netz – Christian Filk: «Was vorbeizieht, ist gleichgültig, wichtig ist nur, daß etwas vorbeizieht». Zur Gestalt der ‘medialen’ Flucht in der Kulturphilosophie Max Picards – Dierk Spreen: Friktion und Vermittlung. Einige Überlegungen zum Körperdiskurs – Jochen Venus: Blinde Flecken und dunkle Seiten. Zur Metaphorik (medien-) theoretischer Kapazitätsgrenzen.