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Junge Slawistik in Österreich

Beiträge zum 2. Arbeitstreffen des Interdisziplinären Forums Österreichischer SlawistInnen - Salzburg, 23.-26.2.2000

Ulrich Theißen and Eva Hausbacher

Das Reisen ist die älteste Form der Übermittlung von Informationen über andere Länder, Sprachen und Kulturen. Wissenschaftliche und persönliche Kontakte kamen im vormedialen Zeitalter ausschließlich durch das Reisen zustande, das im Vergleich mit heute kaum den Zweck der Erholung, eher eine frühe Funktion des «Bildungstourismus» hatte. Wie sich eine Gruppe junger slawistischer ForscherInnen interdisziplinär und vielfältig dem Thema Reisen nähert, zeigte das 2. Arbeitstreffen des Interdisziplinären Forums Österreichischer SlawistInnen im Februar 2000 in Salzburg. Der Großteil der Beiträge ist in diesem Band veröffentlicht. Die Themen umspannen zeitlich den Rahmen vom 14. Jahrhundert bis in unsere Tage: Von der Indienreise eines russischen Kaufmanns, der eines italienischen Sängers an den Hof Peters I. zu den Erlebnissen eines amerikanischen Reisenden in der russischen Filmkomödie. In einem der Aufsätze geht es um die Werbesprache der russischen Tourismusbranche. Auch «Reisen unter Zwang» kommen als Dokumentation von Repatriierung und Deportation nach dem 2. Weltkrieg zur Sprache.
Aus dem Inhalt: Eva Binder: Good-bye America. Modellierungen des «Eigenen» und «Fremden» am Beispiel des Spielfilms Brat 2 – Dagmar Gramshammer-Hohl: Za rubežom - Im Ausland. Eine «Reise in Skizzen» von M.E. Saltykov-Ščedrin – Eva Hausbacher: Der fiktive fremde Blick: Reisen und Schreiben – Carmen Sippl: Emigration und Sprache in Nikolaj Terleckýs Autobiographie – Wolfgang Stadler: «Otdychajte s komfortom. Bez zabot». Anmerkungen zur Werbesprache russischer Reisekataloge – Barbara Stelzl-Marx: Die Sprache des Verrats. Sowjetische Propaganda für Heimkehrer nach dem Zweiten Weltkrieg – Stephan Immanuel Teichgräber: Die Reise des Afanasij Nikitin - Patriot oder Verräter – Ulrich Theißen: «Westliche» Kunst- und Musikreisende im «Wilden Osten»: Der toskanische Sänger Filippo Balatri am Hof Peters I.