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Umstrittene Identitäten

Ethnizität und Nationalität in Südosteuropa

Ulf Brunnbauer

Der Band Umstrittene Identitäten untersucht aus einer historischen und anthropologischen Perspektive ethnische und nationale Identitäten in Südosteuropa im 20. Jahrhundert. Einerseits wird analysiert, wie ethnische und nationale Identitäten konstruiert werden. Andererseits geht es darum, wie Menschen Identitätsangebote manipulieren und sich alternative Formen der Loyalität schaffen. Dabei zeigt sich gerade in Südosteuropa, dass die Vorstellung von fixen nationalen Identitäten eine trügerische ist. Die Fallstudien des Bandes machen klar, dass ethnische und nationale Identitäten häufig vom Kontext abhängen. Identitäten sind gemacht – und daher können sie auch bewusst geändert werden. Vor allem Minderheiten machen davon sehr flexibel Gebrauch. Aber auch die Identitäten von Mehrheitsbevölkerungen sind oft nicht so eindeutig, wie es sich Nationalisten wünschen würden.
Aus dem Inhalt: Karl Kaser: Vorwort – Ulf Brunnbauer: Einleitung – Piero Vereni: «Wir sind einfach Griechen - wir sind keine Griechen - wir wissen nicht, wer wir sind». Die Neuformulierung von Identitäten unter Makedoniern im westlichen griechisch Makedonien nach 1990 – Keith S. Brown: Wechselnde Staaten. Die Ambivalenz von Ethnizität in einer makedonischen Stadt – Ulf Brunnbauer: An den Grenzen von Staat und Nation. Identitätsprobleme der Pomaken Bulgariens – Ger Duijzings: Die Erschaffung von Ägyptern in Kosovo und Makedonien – Carolin Leutloff: Im Niemandsland. Kollektive Identitäten von Krajina-Serben in der Emigration in der BR Jugoslawien – Christian Promitzer: «Gute Serben»: Ethnologen und Politiker über die Identität der Serben in der slowenischen Bela krajina – Gilles de Rapper: Transformation und Anpassung: Die albanischen Zuwanderer in Griechenland zwischen Integration und Rassismus.